Heiko Breuer organisierte 2008 den Transport der Totenlade. (FOTO: ARCHIV)
Damit werden die Funde aus dem Helmsdorfer Fürstengrab - der bronzezeitliche Goldschmuck und die Totenlade - wieder zusammengeführt. "Die beiden Stücke gehören zwingend zusammen und ergeben alleine keinen Sinn", sagte Ute Klopfleisch vom Sachgebiet Öffentlichkeitsarbeit-Kultur.
Zuvor hatte es einen wochenlangen Streit über den Leihvertrag gegeben, ausgelöst von Landrat Dirk Schatz. Der hatte im Hauptausschuss am 8. Mai gesagt: "Sie sollten so ein Kulturgut nicht leichtfertig weggeben." Stattdessen solle nach Möglichkeiten gesucht werden, das Fürstengrab selbst auszustellen und davon touristisch zu profitieren.
Stadtrat Carsten Dölle (CDU) griff diese Äußerung von Dirk Schatz auf: "Warum haben sie keine eigenen Ideen, mit dem Goldschatz etwas zu machen?" Er warf der Verwaltung vor, immer nur zu sagen was nicht gehe. Zudem ärgere ihn, dass die Schmuckstücke kostenlos an das Landesmuseum vergeben werden - gerade angesichts der prekären Haushaltslage der Lutherstadt.
Klopfleisch sagte dagegen, dass es beim Verleihen von Kunstgegenständen vollkommen unüblich sei, eine Leihgebühr zu verlangen. "Das Landesmuseum muss schließlich die Kosten für den Transport, die Versicherung, die Erhaltung und die anständige Ausstellung tragen." Stadtrat Stephan Gebhardt (SPD) ärgerte sich über die Aussagen von Dirk Schatz: "Die Bemerkungen des Landrates waren nur populistisch." Denn die Lutherstadt sei finanziell überhaupt nicht in der Lage, solche Kunstschätze zu erhalten geschweige denn auszustellen. Allein für die Präsentation des Fürstengrabes mit Totenlade und Goldschmuck müsste Eisleben laut Klopfleisch eine Vitrine für etwa 20 000 Euro anschaffen. "Wenn sie sagen, sie beschließen das und geben das Geld, wunderbar, dann mache ich das", so Klopfleisch.
Für die nächsten zehn Jahre wird der 1906 gefundene Goldschatz im Landesmuseum ausgestellt. Die Totenlade befindet sich schon seit 2008 in Halle und ist mittlerweile für etwa 20 000 Euro restauriert worden, weitere 20 000 Euro sollen noch investiert werden. Die Kosten trägt das Landesmuseum.