Eisleben: Goldschmuck als Leihgabe nach Halle

25.06.2012 18:43 Uhr | Aktualisiert 25.06.2012 22:03 Uhr
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Goldene Grabbeigaben

Goldene Grabbeigaben lagern derzeit im Tresor. (FOTO: STADT EISLEBEN)

Von burkhard zemlin
Die goldenen Schmuckstücke aus der bronzezeitlichen Totenlade, die 1906 bei Ausgrabungen in der Nähe von Augsdorf zum Vorschein kamen und derzeit noch in der Lutherstadt in einem Tresor aufbewahrt werden, sollen als Leihgabe dem Landesmuseum für Vorgeschichte Halle zur Verfügung gestellt werden.
eisleben/MZ. 

Dem Eisleber Stadtrat liegt ein entsprechender Leihvertrag vor, der am Mittwoch zur Abstimmung steht. Beim ersten Anlauf in den Stadtrat war die Beschlussvorlage des Sachgebietes Öffentlichkeitsarbeit-Kultur Anfang Mai noch im Hauptausschuss gestoppt worden. "Sie sollten so ein Kulturgut nicht leichtfertig aus der Hand weggeben", hatte Landrat Dirk Schatz (CDU) seinerzeit gemahnt und moniert, dass die archäologischen Funde aus dem Mansfelder Land den Hallensern kostenlos zur Verfügung gestellt werden sollen.

Daraufhin war die Vorlage nicht weitergeleitet worden. Allerdings wurden an ihr auch keine Änderungen mehr vorgenommen, wie von Stadtsprecher Maik Knothe zu erfahren war. Der Entwurf des Leihvertrages entspreche den üblichen Gepflogenheiten.

Vorausgegangen war eine Bitte des Landesamtes für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt in Halle, die Fundstücke in einer Dauerausstellung zur Frühbronzezeit als außergewöhnliche Exponate zu präsentieren. Die Stadtverwaltung möchte dieser Bitte entsprechen und verweist darauf, dass die Verleihung der Grabbeigaben sowohl eine optimale Lagerung und Präsentation als auch die weitere wissenschaftliche Untersuchung ermöglichen werde.

Die Stadt bleibe selbstverständlich Eigentümer der Funde mit allen Rechten und werde in der künftigen Ausstellung als Leihgeber benannt.

Der Leihvertrag sieht eine Laufzeit von zehn Jahren vor - mit der Option auf eine dauerhafte Verlängerung. Im Übrigen habe das Landesamt signalisiert, die Funde restaurieren zu wollen, was voraussichtlich rund 200 000 Euro kosten dürfte. Aus diesem Grund sei eine kostenlose Verleihung vorgesehen.