Die Grundschule Obersdorf soll geschlossen werden. (FOTO: MZ)
Die Grundschule Hedersleben soll zum Ende des Schuljahrs 2012 / 2013 geschlossen werden, die in Osterhausen ein Jahr später. Grund sind zu geringe Schülerzahlen. Beide Schulen werden deshalb bereits mit Ausnahmegenehmigungen betrieben. Fachbereichsleiter Bernd Kubica hatte noch einmal darauf hingewiesen, dass sich die Lutherstadt keine sechs Schulen mehr leisten könne. "Ab 2025 wird die Gesamtschülerzahl in Eisleben unter 600 sinken", so Kubica. Damit wären dann nur noch drei Grundschulen erforderlich. Zudem sei die Schließung der beiden Grundschulen auch im Konsolidierungsprogramm festgelegt. Auf die finanziellen Zwänge sowie die gesetzlichen Regelungen verwiesen auch die Mitglieder des Hauptausschusses. "So eine Entscheidung fällt keinem Stadtrat leicht", sagte Jürgen Grobe (SPD). Auch Thomas Fischer (CDU) sagte, er könne die Emotionen der Einwohner bei diesem Thema sehr gut verstehen. Die rationalen Gründe sprächen aber für die Schließung.
Maritta Walter vom Förderverein der Grundschule Osterhausen hatte noch einmal die Erweiterung des Schulbezirks gefordert. Die Schließung der Schule würde zu langen Wegen für die Kinder führen und auch das gesellschaftliche Leben in den Ortschaften lähmen. Der Hederslebener Ortsbürgermeister Lars Jennert sagte, die Stadträte sollten sich fragen, ob es überhaupt günstig sei, an dem Sanierungsprogramm Stark III teilzunehmen. Immerhin müsse dabei auch ein nicht geringer Eigenanteil übernommen werden.
100 Schüler neue Mindestzahl
Insgesamt könnten mehrere Grundschulen im Mansfelder Land von der Schließung bedroht sein. Derzeit liegt die Mindestschülerzahl bei Grundschulen per Gesetz eigentlich bei 60 Schüler. Ausnahmegenehmigung können vom Land Sachsen-Anhalt bei bis zu 40 Schülern erteilt werden. Durch das Förderprogramm "Stark III" wird allerdings eine neue Grenze bei mindestens 100 Schülern festgelegt.
In Mansfeld fürchtet Bürgermeister Gustav Voigt noch nicht um seine beiden Grundschulen: "Wir haben für Mansfeld und Großörner Fördergelder beantragt." Bislang gehe er davon aus, dass beide Grundschulen erstmal bestehen bleiben. Die Verbandsgemeinde Gerbstedt hat keine Fördermittel aus "Stark III" beantragt. "Die Grundschulen in Gerbstedt und Heiligenthal haben wir erst vor kurzem saniert", so Bürgermeister Siegfried Schwarz. Und für Siersleben mit jetzt schon nur noch 54 Schülern komme eine Förderung nicht in Frage.
Ungewisse Zukunft
Die Verbandsgemeinde Mansfelder Grund will für einen Grundschulneubau in Ahlsdorf Fördermittel beantragen. Die Grundschule in Helbra ist zudem in den letzten Jahren saniert worden. "Das wäre wahrscheinlich das Aus für Blankenheim und Klostermansfeld", sagt Verbandsbürgermeister Bernd Skrypek. Ungewiss ist die Zukunft der Grundschule in Sandersleben. Der Stadtrat von Arnstein hat beschlossen, "Stark III"-Mittel für die Grundschule Welbsleben zu beantragen. "Wenn die Schülerzahlen so weit sinken, dass zwei Standorte nicht mehr gerechtfertigt sind, dann bleibt Welbsleben erhalten", sagte Bürgermeister Frank Sehnert. Damit sei aber noch keine endgültige Entscheidung gefallen, denn er hoffe, dass die Schülerzahlen nicht so weit sinken.