Eisleben: Härtetest auf der Halde

28.06.2012 19:17 Uhr | Aktualisiert 28.06.2012 22:27 Uhr
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Rudolf Mirsch

Der Heimatforscher Rudolf Mirsch aus Eisleben. (FOTO: MZ)

Von burkhard zemlin
Der Eisleber Heimatforscher Rudolf Mirsch wird am Freitag 80 Jahre alt. Bei der Haldenbesteigung für jedermann am Samstag wird er nicht dabei sein.
eisleben/MZ. 

Die Halde des Fortschrittschachtes (bis 1951 Wolfschacht), die am Samstag ab 10 Uhr zum ersten Mal von jedermann erklommen werden, kennt der Heimatfoscher Dr. Rudolf Mirsch zur Genüge. Vor 50 Jahren war er selbst da oben, allerdings nicht zum Vergnügen, um die schöne Aussicht zu genießen, sondern im Rahmen einer Übung der Grubenwehr. Es war eine Art Härtetest, den er bestimmt nicht vergessen wird.

Bei der Haldenbesteigung am Samstag wird er aber mit Sicherheit nicht dabei sein. Immerhin vollendet er am Freitag sein 80. Lebensjahr. "Mit 80 muss ich das nicht mehr machen", sagt er. Man soll es ja auch nicht übertreiben. Aber vor ungefähr zwei Jahren war er noch auf der Halde des Zirkelschachtes, die leichter zu ersteigen ist.

Mirsch wurde im böhmischen Wernsdorf geboren, von wo ihn der Krieg 1947 ins Mansfelder Land verschlug. Auf dem Vitzthumschacht (1951 Thälmannschacht) wurde er Bergmann, obwohl das für ihn alles andere als der Wunschberuf war. In der Schule hatte er nämlich davon geträumt, eines Tages Brücken zu bauen, doch damit war er im Mansfeldischen verkehrt. Hier drehte sich alles um den Kupferschieferbergbau, der jungen Leuten eine Perspektive bot.

Also konzentrierte sich auch Rudolf Mirsch auf dieses Gebiet. "Egal, was man macht, man musss es richtig machen", lautet sein Grundsatz, dem er immer treu geblieben ist. Mirsch besuchte die Eisleber Bergschule und absolvierte ein Fernstudium an der Bergakademie in Freiberg, wo er sich 1976 mit einer Arbeit über ein neues Strebverfahren zum Dr.-Ing. promovierte.

Nebenbei machte er sich um die Aufarbeitung der Eisleber Postgeschichte verdient. Und er genießt großes Ansehen in den bergmännischen Traditionsvereinen: im Verein Mansfelder Berg- und Hüttenleute und im Traditionsverein Bergschule Eisleben. Man schätzt seine Veröffentlichungen, und dass es ihm immer wieder gelingt, mit Neuigkeiten aufzuwarten.

Mirsch möchte diese Arbeit weiter führen und sich auch künftig mit Geschichte beschäftigen. Allerdings räumt er ein, dass ihm dergleichen nun nicht mehr so schnell von der Hand geht. Er braucht für alles etwas mehr Zeit. Mit 80 ist man eben nicht mehr so schnell.