Große Freude in Eisleben: Das Land hat am Diensta die Eisleber Kirchen St. Annen, St. Andreas und St. Petri auf die Antragsliste für das Unesco-Welterbe gesetzt. "Das ist äußerst begrüßenswert und wünschenswert, dass dieser Antrag in die Tat umgesetzt wird", so Iris Hellmich, Pfarrerin in der Kirchengemeinde Andreas-Nikolai-Petri. Gleiches gelte für die Annenkirche, die Pfarrkirche ihres Mannes Christoph Hellmich. Vor allem mit Blick auf die finanzielle Förderung vieler wichtiger Sanierungsarbeiten wäre die Aufnahme in die Liste des Unesco-Welterbes sehr wichtig. Iris Hellmich erinnerte an die gesperrten Kanzeln in der St.-Annen-Kirche und der Andreaskirche. Letztere sei die am meisten von Touristen besuchte Kirche in Eisleben, so die Pfarrerin. In der Annenkirche gelte es, die Klosterzellen für die Öffentlichkeit zugänglich zu machen, denn "von dem Kloster ging die Reformation in Eisleben aus". Auch für die Andreaskirche herrsche dringender Sanierungsbedarf, wenngleich die Türme und der Giebel in den zurückliegenden Jahren repariert wurden.
Die Eisleber Oberbürgermeisterin Jutta Fischer (parteilos) freut sich über die "Aufwertung der Stätten der Reformation". Sollte der Antrag Erfolg haben, werde die "herausragende weltgeschichtliche Bedeutung der Lutherstätten einmal mehr unterstrichen".
Auch in Mansfeld ist die Freude groß: Luthers Elternhaus sowie die Stadtkirche St. Georg sind ebenfalls auf der Antragsliste. "Das ist eine große Chance für uns", sagt Peter Knispel, stellvertretender Mansfelder Bürgermeister. Vor allem wegen der Fördermittel. Mit dem Status Welterbe würden zusätzliche Fördertöpfe bereitstehen.
Nicht zu unterschätzen sei auch die Außenwirkung, mit der man als Welterbe werben könne. Das würde sicher mehr Touristen in die Stadt locken. Das passe auf alle Fälle in das zukünftige Marketingkonzept. Demnach soll die Zusammenarbeit mit der Lutherstadt Eisleben forciert werden. So ist geplant, die bisher getrennten Tourist-Informationen in beiden Städten unter dem Dach eines Vereins zusammenzulegen. Wenn solch ein Verein darauf auf die Welterbestätten in Mansfeld und Eisleben verweisen kann, bringe das Pluspunkte.
Sowohl in Luthers Elternhaus als auch im gegenüberliegenden Neubau gehen derweil die Arbeiten am Museum Luthers Elternhaus voran. Dort werden insgesamt 3,5 Millionen Euro investiert. Der geplante Eröffnungstermin ist der Herbst kommenden Jahres.