Ehrendes Gedenken auf sowjetischen Soldatenfriedhof. (FOTO: SCHUMANN)
Mehr Eisleber als in früheren Jahren besuchten vor dem 8. Mai die sowjetischen Ehrenfriedhöfe im Stadtpark, um Blumen niederzulegen. Das Bündnis für Demokratie und gegen Rassismus hatte dazu aufgerufen, auch um ein Zeichen gegen Hass und Gewalt zu setzen. Oberbürgermeisterin Jutta Fischer (parteilos), die tags zuvor das schwer verletzte syrische Opfer im Krankenhaus besucht hatte, entschuldigte sich mit bewegenden Worten für das, was "unseren Mitmenschen" angetan worden ist und versprach den Angehörigen Hilfe und Solidarität. Maria Hahn, Mitorganisatorin des Bündnisses, wünscht sich noch mehr Menschen, die mitwirken und sich einbringen und helfen. "Zu erleben, in welcher Angst die Menschen leben, ist kaum zu ertragen", sagte sie. Trotzdem waren sie gekommen und erfuhren Zuspruch und manchen Händedruck.
Gerd Kindling (Die Linke) sieht es als "eine gemeinschaftliche Aufgabe", rechten Gedankengut entgegen zu treten und sprach sich für Bildungsprogramme aus, um der heranwachsenden Generation zu vermitteln, was in Buchenwald geschehen ist, was für riesige Opfer die Naziherrschaft gefordert hat. Kindling begrüßte Sergey Kutnyakow, Sekretär der Botschaft der Russischen Förderation, der klarstellte, dass in seiner Heimat keineswegs der Sieg "des einen Volkes über ein anderes" gefeiert werde, sondern der Sieg der Menschlichkeit über die Barbarei, über die Macht der Zerstörung und des Hasses. Es sei ein Tag der Freude, aber auch der Trauer, angesichts von 30 Millionen Toten, die allein die Völker der Sowjetunion zu beklagen hatten. Menschenleben seien vergänglich, sagte er mit Blick auf die schwindende Zahl der Zeitzeugen. Aber das Gedächtnis an das, was geschehen ist, sollte folgenden Generationen übermittelt werden.