Eisleben: Touristen-Toiletten sollen in alte Scheune

15.06.2012 18:39 Uhr | Aktualisiert 15.06.2012 18:59 Uhr
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Malzfabrik

Die alte Malzfabrik. (FOTO: LUKASCHEK)

Von jörg müller
Auf dem Gelände der alten Malzfabrik in der Eisleber Bahnhofstraße soll ein Bus- und Pkw-Parkplatz mit einer WC-Anlage für Touristen entstehen.
eisleben/MZ. 

Dazu sollen das Fabrikgebäude abgerissen, die dahinter stehende Scheune schrittweise saniert und dort die Toiletten eingebaut werden. Die Gesamtkosten liegen bei einem kompletten Ausbau der Scheune bei rund 1,2 Millionen Euro, so die Stadtverwaltung, wobei eine umfangreiche Förderung möglich sei. Der Stadtentwicklungsausschuss des Stadtrats hat sich einstimmig - bei einer Enthaltung - für das Projekt ausgesprochen. Es müsse allerdings noch geklärt werden, ob der Fachbereich Finanzen keine Einwände habe, so Vorsitzender Uwe Schenkendorf (Die Linke).

Über das Problem einer fehlenden WC-Anlage vor allem für die Bustouristen wird seit vielen Jahren diskutiert. Das Gelände in der Bahnhofstraße, das sich derzeit noch in Privatbesitz befindet, bietet sich wegen der unmittelbaren Nähe zu den Luthergedenkstätten und zur Petrikirche an. Die Idee ist, einen Durchgang durch die Scheune zu schaffen, so dass die Touristen über das BTH-Gelände zur Seminarstraße gelangen können. "Dieser Weg ist kommunal", so Fachbereichsleiter Michael Richter.

Die Stadtverwaltung hatte noch zwei weitere Varianten vorgestellt: den Bau einer kompakten WC-Anlage in der Bahnhofstraße / Ecke Stadtgraben (Kosten 160 000 Euro) sowie den Einbau von Toiletten in das ehemalige Herdlager in der Lutherstraße (150 000 Euro). Allerdings ist bei diesen Varianten kein Parkplatz eingeplant.

Für die Variante Malzfabrik spricht nach Ansicht des Ausschusses nicht nur das touristische Gesamtkonzept, sondern auch die Kosten. Denn da dieses Projekt förderfähig sei, so die Stadtverwaltung, sei mit einem maximalen Eigenanteil von 300 000 Euro zu rechnen, der auf drei Jahre verteilt werden solle. "Das ist nicht einmal doppelt so viel wie die kompakte Toilettenanlage", so Stadtrat Thomas Fischer (CDU). Für dieses Geld könnten nicht nur ein Parkplatz mit WC-Anlage geschaffen und ein historisches Gebäude saniert, sondern auch ein städtebaulicher "Schandfleck" beseitigt werden. Auch Stefan Gebhardt (SPD) sagte, er halte das Projekt auch in der aktuellen Finanzsituation für vertretbar. "Der Tourismus ist die einzige Chance für Eisleben." Gerade mit Blick auf das Reformationsjubiläum 2017 sei ein touristischer Aufschwung zu erwarten. "Wir müssen dafür die Infrastruktur schaffen", so Gebhardt, der aber auch betonte: "Das ist das letzte Projekt dieser Größenordnung, dem ich zustimme."