«Bei der Sicherheit sollte man nicht sparen», sagt Timo Hoffmann, Chef einer Sicherheitsfirma. (FOTO: LUKASCHEK)
Hoffmann war auf der Wiese mit seiner Firma als Sicherheitsdienst engagiert. Wie die MZ berichtete, war am Montagabend der 25-jährige Hettstedter von einem 21-jährigen Eisleber mit einem Messer schwer verletzt worden.
Zeugen der Attacke hatten Hoffmann und seine Leute herbeigerufen. „Der Täter ist dann mit dem Messer auf mich zugekommen“, beschreibt Hoffmann die Situation. Der 2,02 Meter große Profiboxer, „deutsche Eiche“ genannt, gelang es, den Eisleber, der stark betrunken war, am Handgelenk zu packen und zuzudrücken. Dadurch fiel dem 21-Jährigen das Messer aus der Hand. Der Täter wurde festgehalten, bis die alarmierte Polizei wenig später eintraf und den Messerstecher vorläufig festnahm. Der Angreifer sei sehr aggressiv gewesen, das Opfer lag bereits am Boden, sagte Hoffmann am Donnerstag der MZ. Nicht auszudenken, was passiert wäre, wenn es nicht gelungen wäre, den Täter zu überwältigen. Hoffmann, der seit Jahren Stammgast auf der Wiese ist, schüttelt im Nachhinein nur mit dem Kopf. „Mir ist unklar, wieso Leute zu einem Volksfest überhaupt ein Messer mitbringen.“
Bei der zweiten Gewalttat auf der Frühlingswiese - dem Überfall auf die syrische Familie - sind indes Gerüchte im Umlauf, die von einem möglichen Racheakt sprechen. Demzufolge soll einer der Schläger bereits am Sonntagvormittag in eine Auseinandersetzung mit einer Gruppe von Ausländern verwickelt gewesen sein und sich dabei Verletzungen zugezogen haben. Danach habe er telefoniert. Möglicherweise mit seinen Kumpanen, mit denen er dann am frühen Sonntagabend auf die Syrer losgegangen ist. Die beiden Eisleber, die später ermittelt wurden, sind jedenfalls bei der Polizei einschlägig bekannt. Die Polizei hat von den Gerüchten um diesen Übergriff vom Vormittag gehört, wie Sprecher Gunnar Graßmann auf Anfrage bestätigt. Bei den laufenden Ermittlungen würde das berücksichtigt, sagte er.
An diesem Tag war Hoffmanns Truppe erst ab 21 Uhr als „Security“ engagiert. Der Überfall auf die Syrer hatte sich rund zwei Stunden zuvor ereignet. Hoffmann ist sich sicher, dass der Übergriff nicht solche Dimensionen angenommen hätte, wenn seine Security-Leute schon vor Ort gewesen wären. „Bei der Sicherheit sollte ein Veranstalter nicht sparen“, so Hoffmann. Der zuständige Marktmeister Siegmund Michalski will in Ruhe prüfen, was man verbessern kann. Nach den Vorfällen auf der Frühlingswiese seien Ordnung und Sicherheit auf dem Volksfest besonders in den Fokus gerückt, sagte er. Doch er wolle nichts übers Knie brechen. Die Auswertung dauere noch an. Auf alle Fälle müsse man künftig enger mit der Polizei zusammenarbeiten.