Entflohener Häftling: Verbrechersuche - Großeinsatz im Saalekreis

19.08.2012 14:21 Uhr | Aktualisiert 21.08.2012 17:20 Uhr
Das Fahndungsbild nach dem abgängigen Gewaltverbrecher Silvio T. wird am Mittwoch während einer Pressekonferenz im Landeskriminalamt in Magdeburg gezeigt. (FOTO: DPA) 
Aufregung herrschte am Samstagabend in Steuden (Saalekreis). Nachdem ein Zeuge den flüchtigen Schwerverbrecher Silvio Titsch in der Gegend gesehen habe wollte, leitete die Polizei eine Großfahndung ein. Allerdings ohne Erfolg.
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Aschersleben/Magdeburg/MZ/dapd. 

Der Zeuge hatte die Polizei um 21.50 Uhr informiert. Danach sei der 36-jährige Titsch zu Fuß unterwegs. Dies erschien den Beamten möglich. Auch wenn Aschersleben (Salzlandkreis), wo Titsch am Dienstag geflohen war, und Steuden ein gutes Stück auseinander liegen. Die Besatzungen mehrerer Streifenwagen durchkämmten das Gelände. Außerdem überflog ein Hubschrauber - der mit einer Wärmebildkamera ausgerüstet ist - die Gegend. Gegen Mitternacht wurde die Suche abgebrochen.

Die Spur in Steuden ist nicht die einzige, die Streifenpolizisten und Spezialkräfte des Landeskriminalamtes (LKA) verfolgen. „Wir gehen permanent Hinweisen nach“, hieß es im Lagezentrum der Polizei in Magdeburg. Täglich kämen fünf bis sechs neue Spuren hinzu. Bis Sonntagabend aber führte keine zu dem Schwerverbrecher, der wegen Körperverletzung, Vergewaltigung und räuberischer Erpressung noch bis April 2024 eine Haftstrafe absitzen muss. Zudem war eine Sicherungsverwahrung angeordnet worden.

In dieser Woche will die Polizei neu über die Fahndung entscheiden. „Der hohe Personalaufwand ist auf Dauer nicht zu leisten“, sagte ein Polizeisprecher. Die Suche werde jedoch fortgesetzt. Man setze vor allem auf die erfahrenen Kräfte der Landeskriminalpolizei.

Der 36-Jährige aus dem Hochsicherheitsgefängnis Burg war am Dienstag geflohen, als er bewacht von zwei Beamten seinen Sohn in Aschersleben besuchte. Der Mann trickste dabei die Beamten aus und sperrte sie in der Wohnung ein. Die genauen Umstände sind noch nicht geklärt.

Der Bund der Strafvollzugsbeamten hat unterdessen seine Kritik an der Hafterleichterung für den Mann bekräftigt. „Solche Leute gehören zu diesem Zeitpunkt noch nicht ausgeführt“, sagte der Bundesvorsitzende Anton Bachl. Der Gefangene habe noch eine lange Haftdauer vor sich und nichts zu verlieren. „Da ist Missbrauch programmiert.“