Rot-weiße Fahnen schmückten den HFC-Konvoi. (FOTO: GÜNTER BAUER)
Während 13 Busse, etliche Kleintransporte und 200 fahnengeschmückte Pkw ihren Rückweg nach Halle suchen, macht sich der Mann nach der 0:1-Niederlage schon wieder neuen Mut: "Manchmal muss man das Glück zwingen, aber der HFC schafft das." Sicher zieht die Karawane mit Tempo 80 ihre Spur über Landstraßen und Autobahnen. Eng geht es nur in Zeitz zu. Da fliegen auch vereinzelt leere Bierflaschen aus den Autos und zerschmettern am Straßenrand. Einige Passanten erschrecken. Verletzt wird aber offenbar niemand. Ordnungshüter sind zu diesem Zeitpunkt nicht zu sehen.
Schwarz überlegt indes bereits, ob er Freitag oder erst Samstag wieder nach Halle kommen kann. Eines ist nämlich ganz klar, wenn das dann alles entscheidende Spiel des HFC gegen die Rasenballer aus Leipzig steigt, darf der einstige Hallenser einfach nicht fehlen.
Bis zur Rente vor vier Jahren war der Maschinenbau-Ingenieur bei KSB, "der Pumpe" in Pegnitz. Seither widmet sich der inzwischen 69-Jährige , der seit dem Jahr 1990 in Bayern lebt, ganz dem Dasein als HFC-Fan. Reist Schwarz nach Halle, dann immer mit Fan-Schal um den Hals. Das Quartier nimmt der Rentner stets in Halle-Neustadt.
"Daumen hoch!" Nur das gilt für ihn als Maxime im neuen Erdgas-Sportpark. "Das ist mein Lieblingsplatz in Halle geworden. Die Arena ist aber auch eine Wucht im Vergleich zum alten Kurt-Wabbel-Stadion", schwärmt der Mann, der die jeweils aktuelle Aufstellung seines Klubs wohl auch beim Wecken in der Nacht herbeten könnte.
Noch mehr als das jeweilige Spiel auf dem Platz, erwärmt aber das Gemeinschaftsgefühl auf der Tribüne sein Herz. "So etwas habe ich in Bayern noch nicht gefunden, nicht einmal annähernd." Und Bayern München? Das sei nicht sein Verein. In Halle stimme nämlich wirklich die Chemie. Solange ihn die Beine tragen, werde er deshalb zum HFC fahren - "auch wenn der Klub in der Kreisklasse spielen würde".