Besucher des «Melt!»-Festival stehen 2011 in der Baggerstadt Ferropolis in Gräfenhainichen vor der »Main Stage«. (ARCHIVFOTO: DPA)
Elektro verschmilzt mit Pop und Rock: In der Baggerstadt Ferropolis bei Gräfenhainichen im Süden von Sachsen-Anhalt steigt an diesem Wochenende (13. - 15. Juli) das 15. „Melt!“-Festival. 131 Künstler spielen auf sechs Bühnen vor der ungewöhnlichen Kulisse gigantischer Industriemaschinen. Die Veranstalter erwarten 20 000 Besucher zu Europas größtem Indie- und Elektrofestival in der „Stadt aus Eisen“. „Wir sind seit Mitte April ausverkauft“, sagte Festivalsprecher Stephan Velten der Nachrichtenagentur dpa. Das vierte Mal in Folge - doch so früh waren noch nie alle Karten vergriffen.
„Besonders freue ich mich, dass Bloc Party wieder dabei sind“, sagte Velten. Für die britische Rockgruppe ist es der dritte Auftritt im Schatten der bunt beleuchteten Riesenbagger. Nach mehrjähriger Kreativpause hatten Fans bereits das Aus der Band befürchtet. Das Dancepunk-Trio The Rapture reist aus New York nach Ferropolis, ebenso der Two Door Cinema Club aus Nordirland, das glamouröse Retropop-Phänomen Lana Del Rey und die US-Indiepop-Band Gossip um die exzentrische Sängerin Beth Ditto. Kürzere Wege haben das französische Elektro-Duo Justice und der Berliner Techno-DJ Oliver Koletzki.
Doch das „Melt!“ steht nicht nur für ein dreitägiges Musikprogramm. Auch Lesungen und Filmvorführungen gehören dazu. Diesmal allerdings nicht wie zuletzt in Kooperation mit dem Bauhaus Dessau. „Wir machen aber nur ein Jahr Pause“, betonte Velten. „Aus organisatorischen Gründen.“ Künftig wolle man die Zusammenarbeit noch erweitern.
Den Klimaschutz wollen die Veranstalter ebenfalls weiter vorantreiben: „Wir haben Photovoltaikanlagen aufgestellt, die auch Strom speichern“, erklärte Velten. „Bei Bedarf können wir diesen abrufen.“ Zudem würden die Verkaufsstände mit Greensticker-Schildern gekennzeichnet, die über den ökologischen Standard der Produkte informieren. „Etwa, ob die Speisen und Getränke von Anbietern aus der Region stammen.“ 2011 wurde das „Melt!“ mit dem Yourope Green 'N' Clean Festival Of The Year Award ausgezeichnet. „Für das grünste Festival“, sagte Velten.
Der Name „Melt!“ bedeutet „Schmelze!“. Seit 1999 ist das mehrtägige Musikfestival in dem Freilichtmuseum für Braunkohletagebau in der Nähe von Gräfenhainichen beheimatet.