Rolf Stiska (FOTO: MZ)
Auf drei Millionen Euro summiert sich 2014 dann die Finanzlücke. In den Haustarifverträgen hatten die Mitarbeiter auf rund zehn Prozent ihres Lohns verzichtet. "Drei Millionen Euro - das können wir unmöglich kompensieren. Die Schließung des Thalia-Theater-Hauses ab August dieses Jahres war die letzte Möglichkeit zu sparen, ohne im großen Stil an das künstlerische Leistungsangebot heranzugehen", warnt Stiska Im Finanzausschuss stellte er jetzt den Wirtschaftsplan der Gesellschaft bis 2017 vor.
Stiska zeichnete zwei Varianten, wie diese Insolvenz mit Ansage verhindert werden kann. Erstens: Die Zuschüsse von Stadt und Land werden auf dann 35,6 Millionen Euro aufgestockt. Wobei das Land die unbekannte Größe ist. Sollten die Zuschüsse auf dem jetzigen Niveau bleiben, so Stiska, müsste man mindestens 80 Mitarbeiter entlassen. Das würde wiederum bedeuten, dass man entweder die Oper nicht mehr mit einem eigenen Ensemble bespielen könne oder beim Schauspiel radikal kürzen, unter anderem die Kinder- und Jugendsparte aufgeben müsse. Die Alternative dazu birgt weniger Schrecken, zumindest für die Kulturliebhaber: Mitarbeiter und Gewerkschaften stimmen der Fortsetzung der Haustarifverträge mit dem Lohnverzicht zu.
Aber auch in der nächsten Spielzeit wird es bereits Einschnitte geben. Neben dem Aus für das Thalia-Haus sinkt die Zahl der Neuinszenierungen auf 35. In der jetzigen Spielzeit sind es noch 48. In der kommenden Saison sollen auch moderat Kartenpreise erhöht werden. Geplant wird in den nächsten Jahren so oder so weiterer Personalabbau - obwohl da bereits einiges passiert ist: Als die kommunale GmbH vor vier Jahren gegründet wurde, hatte sie 618 Mitarbeiter.