Fluggesellschaften: Berlin bleibt Trumpf

21.05.2012 22:49 Uhr | Aktualisiert 21.05.2012 23:04 Uhr
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Von Johannes Dörries
Trotz der sich abzeichnenden Engpässe wegen der Verzögerungen beim Bau des neuen Hauptstadtflughafens in Berlin setzen die Fluggesellschaften weiter auf die verbleibenden Airports Tegel und Schönefeld. Damit verpufft eine Offerte des Flughafens Leipzig/Halle. Die Betreiber hatten Reiseveranstaltern und Fluggesellschaft ihren Airport als Ausweich-Landeplatz für Passagiermaschinen angeboten.
Halle (Saale)/MZ. 

Trotz der sich abzeichnenden Engpässe wegen der Verzögerungen beim Bau des neuen Hauptstadtflughafens in Berlin setzen die Fluggesellschaften weiter auf die verbleibenden Airports Tegel und Schönefeld. Damit verpufft eine Offerte des Flughafens Leipzig / Halle. Die Betreiber hatten Reiseveranstaltern und Fluggesellschaft ihren Airport als Ausweich-Landeplatz für Passagiermaschinen angeboten.

"Wir haben Verantwortung im Osten", sagte Robert Hesse von der Mitteldeutschen Airport Holding. In Berlin sei bislang "mit Kapazitäten geplant worden, die nicht vorhanden sind", betonte Hesse.

Airlines winken ab

"Wir werden keinen Gebrauch von dem Angebot machen", sagte Air-Berlin-Sprecherin Sabine Teller. Die Fluglinie will in Berlin ein Drehkreuz aufbauen. Da sei die Verlagerung von einzelnen Flügen nicht praktikabel. Air Berlin setzte dabei auf Berlin-Tegel. "Wir sind uns bewusst, dass das eng wird", erklärte Teller. Auch die Lufthansa werde weiter von Tegel fliegen, sagte Sprecher Wolfgang Weber. "Wir kriegen das hin."

Easy-Jet wird derweil weiter von Berlin-Schönfeld starten, ebenso Ryanair, kündigten Sprecher der Billig-Airlines an. Ryanair habe sich in Berlin ohnehin "sehr stark zurückgezogen", sagte Sprecherin Henrike Schmidt. "Wir sind von den Problemen nicht betroffen."

Luftfahrtexperte Cord Schellenberger sieht Chancen für Leipzig / Halle als Ausweichziel allenfalls im Charterbereich oder bei Airlines, die neu nach Deutschland kommen. Die Hauptstadt könne der mitteldeutsche Flughafen zwar nicht ersetzen. Mit seiner guten Verkehrsanbindung könnte er aber vor allem bei Ferienfliegern punkten, sagte Schellenberger. Dafür sollten die Betreiber ruhig "mit einem Trommelwirbel" werben, "sie können nur gewinnen".

Kosten explodieren

Derweil zeichnet sich eine Kostenexplosion beim Bau des Hauptstadtflughafens ab. Waren bislang 2,4 Milliarden Euro eingeplant, so wird mit der Verschiebung der Eröffnung wegen Brandschutz-Mängeln um neun Monate bis März 2013 mit mindestens drei Milliarden gerechnet. Allein der Bau des Terminals wird nun mit 1,2 Milliarden Euro veranschlagt - doppelt so viel wie bislang.