Folklore-Festival: Harzer Jodler in Fernost

22.08.2012 11:19 Uhr | Aktualisiert 22.08.2012 16:58 Uhr
Die Thalenser Musikanten werden Harzer Kultur, Trachten und Bräuche beim Folklore-Festival in Südkorea präsentieren. (FOTO: PRIVAT) 
Von sigrid dillge
Tänzer, Musikanten, Jodler, Birkenblattbläser und Peitschenknaller aus Thale werden vom 1. bis 14. Oktober in Südkorea Harzer Kultur, Trachten und Bräuche präsentieren.
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Thale/MZ. 

Aus sechs Bewerbungen für die Teilnahme an der "Olympiade der Folklore" in Südkorea haben die CIOFF-Sektionen Deutschland und Luxemburg die Thalenser ausgewählt. Tänzer, Musikanten, Jodler, Birkenblattbläser und Peitschenknaller werden vom 1. bis 14. Oktober dieses Jahres in der Stadt Anseong Harzer Kultur, Trachten und Bräuche präsentieren. Insgesamt wollen sich dort rund 2 000 Menschen aus über 50 Nationen mit ihrer Folklore vorstellen.

"Es ist für uns eine große Ehre, Deutschland im Rahmen dieses Festivals vertreten zu dürfen", freut sich Guido Behrens, organisatorischer Leiter der Thalenser Musikanten. Er hat bereits etliche Festivalerfahrungen sammeln dürfen. So war Behrens unter anderem 2006 mit den Blasmusikanten in Brasilien. Aber auch Folkloretreffen in Deutschland und anderen Staaten Europas wurden von den Thalensern mit gestaltet. Das Fest in Südkorea wird jedoch ein ganz besonderes werden. Zum einen reisen die Harzer in einen vollkommen anderen Kulturkreis, zum anderen haben die Veranstalter auf mehr als Musik und Tanz gesetzt.

Seit September 2011 laufen die Vorbereitungen der Thalenser auf die Folkloriada in Südkorea. Seit März dieses Jahres gibt es verstärkt Proben. Außerdem müssen Musikstücke und Tänze bearbeitet werden. Da nicht alle Ensemblemitglieder mit nach Südostasien reisen, wird die Choreographie auf die kleinere Personenzahl angepasst. Auch die Musikanten müssen sich an neue Gegebenheiten gewöhnen. Sonst kommt die Musik für die Tänzer meist vom Band. In Korea werden die Musikanten direkt das Tanzen musikalisch untermalen. Die Verständigungsproben dafür laufen auf vollen Touren.

Wie in den meisten Vereinen sind die Mitglieder des Tanzensembles und des Klangkörpers meist familiär miteinander verbunden. Das erklärt auch, warum nicht alle Mitglieder die Reise um den halben Erdball antreten. Denn: Die Kosten für den Flug tragen die Reisenden selbst. Hinzu kommen noch Extrakosten für den Transport der Instrumente und der vielen Kostüme, von denen etliche auch in einer Ausstellung am Festivalort gezeigt werden sollen. "Unsere Art Deutschland zu vertreten, wird leider nicht überall gewürdigt. Das Land Sachsen-Anhalt beispielsweise lehnte eine Förderung unserer Reise ab, weil es keine direkten Beziehungen zu Südkorea hat", berichtet Behrens. Angesichts dessen lobt Hans-Joachim Wiesenmüller, der Nestor der Folklore in Thale und Ehrenbürger der Stadt, dass die Harzsparkasse die Volkskünstler finanziell unterstützt. Wiesenmüller wird nicht mit nach Südkorea reisen, aber trotzdem mit ganzem Herzen dabei sein. Ihn freut besonders, dass es gegenwärtig so aussieht, als ob der Altenbraker Harzer Jodlermeister Andreas Knopf und seine Partnerin Martina Weber das Galaprogramm in Anseong eröffnen werden. Der Veranstalter rechnet übrigens mit etwa zwei Millionen Zuschauern.

Wer die Thalenser bei ihrer Reise unterstützen möchte, kann dies mit einer Spende für den VdkV Thale bei der Harzsparkasse, Kontonummer 3 83 00 31 56, Bankleitzahl 810 520 00, Verwendungszweck: "Süd Korea" tun.