Bundesfreiwilligendienst folgte auf Wehr- und Zivildienst. (FOTO: DPA)
Der neue Bundesfreiwilligendienst hat die sozialen, ökologischen und kulturellen Freiwilligenjahre bislang keine Bewerber gekostet. Dort gibt es nach wie vor viel mehr Bewerber als Plätze, wie eine Umfrage der Nachrichtenagentur dpa bei Trägerorganisationen und Ministerien ergab. „Wir erkennen da keine Auswirkungen, es gibt nach wie vor eine ungebrochen hohe Nachfrage von jungen Leuten“, sagte der Sprecher des Sozialministeriums, Holger Paech. „Das sind auch keine Konkurrenzveranstaltungen.“ Während sich der Bundesfreiwilligendienst an Menschen jeden Alters richtet, sind die freiwilligen Jahre auf junge Leute ausgerichtet, die sich noch beruflich orientieren.
Im Jahrgang 2011/2012 habe das Land Sachsen-Anhalt 400 Plätze in den verschiedenen Freiwilligenjahren gefördert, mit 185 lagen die meisten im sozialen Bereich, sagte Paech weiter. Im Freiwilligen Ökologischen Jahr (FÖJ) wurden 126 Plätze mitfinanziert.
Von konstanten Bewerberzahlen für das FÖJ berichteten das Umweltministerium und Simone Fauter von der Stiftung Umwelt, Natur- und Klimaschutz Sachsen-Anhalt. „Eine zunächst durch die Einführung des Bundesfreiwilligendienstes für möglich gehaltene Konkurrenz zum FÖJ hat sich bisher nicht bestätigt“, teilte das Ministerium mit. Auch für das derzeitige Bewerbungsverfahren 2012/13 würden für jeden Platz bis zu vier Bewerbungen erwartet.
Wegen der geringeren Förderung seien die Bundesfreiwilligendienstler für die Einsatzstellen meist nicht finanzierbar, sagte Fauter. Ein Bundesfreiwilliger koste etwa mehr als 300 Euro. Das sei für Umweltbildungseinrichtungen, Umweltschutzverbände und Biosphärenreservate oft zu teuer.
Die Koordinatorin für das Freiwillige Soziales Jahr in der Kultur, Kirsten Mengewein, stellt allenfalls einen Rückgang von jungen männlichen Bewerbern fest. „Wir haben im Vergleich zum Vorjahr ungefähr gleichbleibende Bewerberzahlen“, sagte sie. Im Bereich von Kultur und Bildung gibt es für Freiwillige derzeit etwas mehr als 70 Plätze, hinzu kommen 20 Bundesfreiwillige. Derzeit gebe es alles in allem 257 Bewerberinnen und 109 Bewerber, sagte Mengewein. Rund 100 seien aus Sachsen-Anhalt.