Grundschule in Magdeburg: Ärger um Geheimdienstler

22.07.2012 19:31 Uhr | Aktualisiert 22.07.2012 21:58 Uhr
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Schüler im Islamunterricht (Symbolfoto)

Ein Schüler aus einer Grundschule in Niedersachsen liest während des Islam-Unterrichts von der Tafel ab. (ARCHIVFOTO: DDP)

Ein Mitarbeiter des Verfassungsschutzes in Sachsen-Anhalt hat gegenüber einer Grundschulleiterin gegen den Islam gehetzt. Die Grundschule in der Magdeburger Innenstadt hatte ein Fest zum Kennenlernen anderer Kulturen organisiert.
MAGDEBURG/MZ/GAU. 

Im Vorfeld schrieb der Beamte nach MZ-Informationen unter seiner dienstlichen Mail-Adresse an die Rektorin und warnte, "mit solchen Aktionen" könne die "Sicherheit deutscher Familien gefährdet" werden.

Der Beamte, dessen Kind die Schule besucht, verwies als Beleg für eine Gefährdung darauf, dass Islamisten zwei Polizisten niedergestochen hatten. Und der Koran in "über 200 Stellen" dazu aufrufe, Juden und Christen "zu eliminieren". Seine Mail beendete der Verfassungsschützer mit einem Bibel-Zitat.

Das Innenministerium bestätigte auf MZ-Anfrage den Vorfall. Der Mitarbeiter sei allerdings "nicht im operativen Bereich" des Verfassungsschutzes tätig, sondern sei mit Verwaltungsangelegenheiten wie der Büromittelbeschaffung des Geheimdienstes beschäftigt. Ministeriumssprecherin Anke Reppin betonte, der Beamte habe seine persönliche Meinung geäußert. "Diese privat geäußerte Ansicht wird vom Ministerium ausdrücklich nicht geteilt." Als Konsequenz wurde mit dem Mitarbeiter nun ein "intensives Personalgespräch" geführt. In Einzelfällen könnten die Beamten zwar ihre dienstlichen Adressen nutzen. Allerdings keinesfalls, wenn damit dem Ansehen des Ministeriums geschadet werde. "Das trifft im vorliegenden Fall zu", so Reppin.