Durch eine „effektive“ Ausnutzung jedes Meters komme es zu Unfällen beim Rangieren oder beim Ein- und Ausparken, sagte die Sprecherin des Innenministeriums, Anke Reppin, der Nachrichtenagentur dapd. Folge seien meist leichte Schäden etwa an Spiegeln, Fahrzeugen oder Planen. Verkehrsunfälle durch gefährliches Parken, etwa in den Zu- oder Ausfahrten, habe es im laufenden Jahr bislang nicht gegeben.
Weil die Park- und Rastplätze für den Güterverkehr nicht ausreichten, verließen Lkw-Fahrer zunehmend die Autobahnen und nutzten beispielsweise Parkflächen an Bundesstraßen oder in Gewerbegebieten zur Einhaltung ihrer Ruhezeiten, sagte Reppin.
Zu wenige Fahrer machten auf den gebührenpflichtigen, privaten Flächen auf Autohöfen eine Pause. Sie scheuten die Ausgaben, sagte Polizeioberkommissar Johannes Stoye vom Polizeirevier Börde an der A 2. Schon eine Gebühr über fünf Euro sei für osteuropäische Fahrer oft zu viel.
Die Beamten hätten in den Nachtstunden viel zu tun, um auf den öffentlichen Rastplätzen für Ordnung zu sorgen. Per Verkehrsfunk würden Informationen zu überfüllten Standplätzen weitergegeben. Dort, wo Lkw-Fahrer zu rücksichtslos ihr Brummis abstellten, würden sie auch zur Kasse gebeten. Viele Gemeinden versuchten zudem, das Parken von Lastwagen in ihren Gewerbegebieten einzuschränken.
330 Parkplätze fehlen an Sachsen-Anhalt Autobahnen
Insgesamt fehlen an den Autobahnen in Sachsen-Anhalt 330 Parkplätze für Lastwagen. Das sind nach Einschätzung des Verkehrsministeriums 410 weniger als noch vor fünf Jahren. Brummis können landesweit auf fast 3.050 Plätzen direkt an der Autobahn oder auf Autohöfen rasten, sagte Ministeriumssprecher Bernd Kaufholz.
Um dem Mangel an Parkplätzen an Sachsen-Anhalts Autobahnen begegnen zu können, werden bis Ende kommenden Jahres an der A 14 und der A 2 weitere 86 Stellplätze gebaut. Den Aufwand je Platz bezifferte Kaufholz zwischen 20.000 und 70.000 Euro. Außerdem entstehe ein elektronisches System an der A 2 zur Information über freie Flächen unter anderem an den Parkplätzen Lorkberg, Börde und Krähenberge.