Halle: Abi-Fete: Konzept statt Müll-Chaos

29.04.2012 21:09 Uhr | Aktualisiert 29.04.2012 21:16 Uhr
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Von michael tempel
Nach den Verwüstungen auf der Peißnitz sucht die Stadt nun einen Veranstalter für das traditionelle Spektakel. Das Jobcenter stoppt den Reinigungstrupp vom Eigenbetrieb.
Halle (Saale)/MZ. 

Verwüstete Wiesen. Plastikbecher und Pappteller wohin man schaut. Der Müll füllt unzählige Säcke der Stadtwirtschaft. Ein solches Chaos, wie es nach der jüngsten Abi-Fete am Samstagmorgen auf der Peißnitzinsel in Halle geherrscht hat, soll sich nicht wiederholen. Geht es nach dem Ordnungsdezernenten Bernd Wiegand, wird die Party im kommenden Jahr wieder von einem Veranstalter organisiert.

Wie Wiegand der MZ sagte, gibt es bereits Gespräche mit einem Interessenten. "Mit einem Veranstalter würde das Ganze koordinierter ablaufen, die Sicherheit und die Sauberkeit wären besser gewährleistet. Und mit Bands auf der Bühne wäre die Party auch anspruchsvoller", sagte Wiegand.

Bis vor wenigen Jahren hatte die Abi-Fete bereits in den Händen eines Veranstalters gelegen. Doch der hatte sich, so Wiegand, wegen der hohen Kosten und der umfangreichen Auflagen durch die Stadt zurückgezogen. Wiegand sagte, nun sei zu überlegen, ob die Stadt einem Veranstalter bei den Kosten für Gebühren, Sauberkeit und Sicherheit entgegenkommen könnte. Und zwar in Höhe jener Ausgaben, die die Stadt ohnehin zu tragen hat, wenn die Abi-Fete weiter wie am vergangenen Wochenende eine Spontan-Party bleiben würde.

Und dieser Aufwand ist nicht ohne: Denn anlässlich des letzten Schultags hatten sich am Freitag wieder rund 1 100 Gymnasiasten und andere Jugendliche zu der traditionellen Abi-Fete versammelt. Zahlreiche Polizeibeamte, sieben Ordnungsamtsmitarbeiter sowie Angestellte des Jugendamtes sorgten für einen - zumindest, was die Sicherheit anbelangt - reibungslosen Ablauf. Laut Polizei und Rettungsdienst gab es keine Vorkommnisse. Dafür hatten aber am Morgen danach die Mitarbeiter der Stadtwirtschaft umso mehr zu tun. Beizeiten, noch bevor Jogger und Spaziergänger wie gewohnt in Scharen auf die Peißnitz kamen, räumten sie die Hinterlassenschaften des Partyvolks weg. Was dieser Einsatz und jener von Polizei und Behörden gekostet hat, konnte Wiegand nicht beziffern.

Die Reinigungsaktion der Stadtwirtschaft war übrigens äußerst kurzfristig anberaumt worden. Nach MZ-Informationen aus dem Rathaus-Umfeld sollten dort ursprünglich ABM-Kräfte des städtischen Eigenbetriebs für Arbeitsförderung saubermachen. Doch am späten Freitagnachmittag habe das hallesche Jobcenter, das den Lohn für die ABM-Kräfte bezahlt, dem Reinigungseinsatz einen Riegel vorgeschoben: Zu derlei Arbeiten dürften die Mitarbeiter aus rechtlichen Gründen nicht heran gezogen werden, hieß es.