Halle: An zwei Tagen Land unter

03.08.2012 16:52 Uhr | Aktualisiert 05.08.2012 22:49 Uhr
Der Marktplatz in Halle steht nach starkem Regen unter Wasser. (FOTO: GOLDSTEIN) 
Von Jan Möbius und Detlef Färber
Nach dem sturzbachartigen Regen am Freitag setzte in Halle am Sonntagmorgen gleich noch mal starker Niederschlag etliche Straßen unter Wasser.
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Halle (Saale)/MZ. 

Der zweite Guss kam für die meisten Hallenser vor dem Sonntagsfrühstück. Nicht überall freilich, denn an der Kröllwitzer Messstelle wurden nach Angaben des Meteorologen Jurik Müller am Sonntag nur 11,2 Liter pro Quadratmeter gemessen. Das dürfte freilich anderswo viel mehr gewesen sein, so räumt er ein. Anderswo, das war zum Beispiel in Neustadt, wo die dortige Freiwillige Feuerwehr geschlagene zwei Stunden brauchte, um die Unterführung der B 80 in Richtung Kröllwitz am Rennbahnkreuz leerzupumpen. Die Straße musste hier natürlich voll gesperrt werden. Und auch andere Straßenzüge - und vor allem Keller - waren von den Wassermassen betroffen. So musste die Feuerwehr etwa in die Lilienstraße ausrücken. Aber auch im Fuhneweg, am Lutherplatz und in der Ernst-Grube-Straße knickten Äste von Bäumen ab.

Ein weiterer Grund für die Überflutungen in etlichen Gebieten der Stadt war die Tatsache, dass die Kanalisation durch die Wolkenbrüche des Freitagnachmittags noch völlig überlastet war. An diesem Tag konnten die Feuerwehren dann auch erst nach 22 Uhr ihre Unwettereinsätze beenden. Mehr als 70 Mal hatten die Brandschützer zuvor wegen Wasser-Alarms ausrücken müssen. Und die Überschwemmungen waren nicht das einzige Übel. Selbst das Handynetz brach in der Saalestadt zusammen. "Nur für Notrufe" stand auf den Telefonen der Benutzer. Einer der Schwerpunkte war auch da wieder das Rennbahnkreuz - und der angrenzende Stadtteil Neustadt selbst. Die Straßeneinläufe waren dort - wie dann auch wieder am Sonntag - mit Blättern und Schlamm verstopft. Alle verfügbaren freiwilligen Feuerwehren und natürlich auch die Berufsfeuerwehr waren im Einsatz, um die Wassermassen zu bändigen.

Die hatten sich freilich auch am Freitag sehr unterschiedlich im Stadtgebiet verteilt. Zwar regnete es überall stark, aber die noch realativ normale Zahl von 8,7 Litern pro Quadratmeter, die Jurik Müller vom Freitag aus Kröllwitz meldet, gibt nicht annähernd die Dramatik wieder. Er selbst kam in der Innenstadt in den Regenguss, und schätzt, dass es gebietweise bis zu 30 Litern gewesen dürften. So wohl auch in der Großen Steinstraße, die sich in einen breiten Fluss verwandelt hatte, was ein Foto unseres Lesers Till Vennemann sehr eindrucksvoll dokumentiert.

Und nur ein kurzer Wolkenbruch hatte dafür genügt.