Von einem Ranking soll bei der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) keine Rede mehr sein, zu wenig aussagekräftig ist wohl die reine Zahl der Drittmittel über die wahre Forschungsleistung einer Universität. Diese Mittel aus der Industrie oder eben der DFG sind jedoch heutzutage das Hauptstandbein universitärer Forschung, weshalb sich die Martin-Luther-Universität (MLU) schon einiges zugute halten kann. Platz 40 von insgesamt 117 Hochschulen erreicht sie im DFG-Vergleich der forschungsstärksten Hochschulen, der nun "Förderatlas 2012" heißt.
Mit insgesamt knapp 52 Millionen Euro im Vergleichszeitraum 2008 bis 2010 liegt sie zwar weit hinter dem Spitzenreiter, der Freien Universität Berlin (168 Millionen Euro), ist aber hinter Dresden (135), Jena (75) und Leipzig (60) auf Platz vier unter den Hochschulen der ostdeutschen Flächenländer. Allerdings nur, wenn man die Mittel aus der Exzellenzinitiative des Bundes und der Länder herausrechnet. Bei dem millionenschweren Elite-Förderprogramm war man in Halle stets leer ausgegangen.
Umso erfreuter ist man jetzt. "Zu den forschungsstärksten Universitäten Deutschlands zu gehören, ist für uns Anlass zur Freude und zugleich ein wichtiger Ansporn", sagt Uni-Rektor Udo Sträter. "Der Forschungsatlas der DFG bestätigt schwarz auf weiß, dass wir uns auf einem guten Weg befinden. Sehr gute Forschung ist das Aushängeschild einer Universität. Die harte Arbeit hat sich gelohnt."
Für den Theologen sicherlich besonders erfreulich: In den Geistes- und Sozialwissenschaften landen die halleschen Forscher mit 13,8 Millionen Euro auf Platz 20. Doch auch in anderen Bereichen, wie Lebenswissenschaften (Platz 30) oder Naturwissenschaften (Platz 39) schafft die MLU den Sprung in die Spitzengruppe.
Der Wettbewerb zwischen den Hochschulen um die Drittmittel wird indes immer härter. Doch die Uni konnte auch im neuen Vergleichszeitraum weiter punkten. So fließen für die nächsten vier Jahre zehn Millionen in den Sonderforschungsbereich zur Erforschung von Nanostrukturen. Ein neues Zentrum zur Biodiversitätsforschung mit Beteiligung der MLU entsteht in Leipzig. Für bis zu zwölf Jahre sollen jährlich sieben Millionen Euro fließen.