Halle: Der Riebeckplatz-Plan

08.08.2012 21:11 Uhr | Aktualisiert 08.08.2012 21:19 Uhr
Der Edeka-Flachbau und das dahinter stehende Wohnhochhaus werden abgerissen. Für beide Gebäude wird an gleicher Stelle Ersatz gebaut. (FOTO: THOMAS MEINICKE) 
Von jan möbius
Der Riebeckplatz in Halle wird nach dem Abriss der beiden markanten Hochhäuser auf der Nord- und auf der Südseite sein Gesicht noch einmal deutlich verändern. Zumindest, wenn es nach den Vorstellungen der Halleschen Wohnungsgesellschaft (HWG) geht.
Drucken per Mail
Halle (Saale)/MZ. 

Der kommunale Vermieter hat jetzt seine Pläne für das Eingangstor zur Stadt konkretisiert. Demnach wird am Riebeckplatz im kommenden Jahr weiter abgerissen, aber auch neu gebaut. Selbst die Pläne für ein neues Hochhaus auf der Nordseite sind nicht vom Tisch. "Wenn es uns gelingt, den größten Teil des neuen Turms im Vorfeld fest zu vermieten, könnte er in fünf Jahren gebaut werden", sagte HWG-Geschäftsführer Heinrich Wahlen gegenüber der MZ.

Als Mieter sieht Wahlen vor allem Landesbehörden und städtische Ämter. "Der Riebeckplatz ist ein ausgemachter Bürostandort. Die Dienststellen würden uns Planungssicherheit geben und zum Einzelhandelskonzept passen." Soll heißen: Mit der Belebung des Platzes durch ein neues Bürohochhaus könnte sich auch das Angebot deutlich verändern und der Riebeckplatz samt dem oberen Boulevard für Händler mit ordentlicher Qualität attraktiver werden. Über die Vorteile eines neuen Hochhauses herrscht offenbar auch im halleschen Rathaus Einigkeit. "Die Stadt steht als Ankermieter zur Verfügung. Das wurde bereits im März 2009 auf der zweiten Sitzung des Hochhaustisches Riebeckplatz erklärt, zwischenzeitlich durch ein Projekt zur Optimierung von Verwaltungsstandorten unter anderem zusammen mit der HWG aufgegriffen", sagte Oberbürgermeisterin Dagmar Szabados (SPD). Zudem werde im Strategiepapier 2025 ebenfalls auf einen Verwaltungs- und Bürostandort am Riebeckplatz gesetzt.

HWG-Chef Wahlen hat unterdessen weitere Pläne für den Riebeckplatz vorgelegt, deren Umsetzung er, im Gegensatz zum neuen Turm, bereits fest zusichern könne. So sollen schon im kommenden Jahr die Edeka-Kaufhalle und das dahinter stehende Wohnhochhaus abgerissen werden. Für beide Gebäude sind Neubauten geplant. "Mit Edeka gibt es inzwischen einen Vertrag, in dem der Erhalt des Supermarktes zugesichert wird", sagte Wahlen.

Das neue Wohnhaus soll nach seiner Fertigstellung für Studenten und ältere Mieter gleichermaßen interessant sein. "Ich kann mir dort außerdem auch eine Außengastronomie vorstellen. Momentan lädt der Platz nicht zum Verweilen ein. Das muss sich ändern", meinte Wahlen. Um eine schlüssige Gestaltungsvariante in die öffentliche Diskussion bringen zu können, lobt die HWG im nächsten Schritt einen Architekturwettbewerb aus. Dessen Ergebnisse sollen Anfang Dezember vorliegen und die Gestaltung des gesamten Nordplatzes beinhalten. Geklärt werden soll so auch die Frage, welche Möglichkeiten es gibt, die Baulücke zwischen Riebeckplatz und Dorint-Hotel in der Dorotheenstraße zu schließen.

In die Zukunftsplanung für die Südseite des Riebeckplatzes soll frühestens in fünf Jahren eingestiegen werden. Wahlen: "Langfristig werden die beiden Wohnblöcke, die dort noch stehen, kaum eine Zukunft haben." Ein Abriss würde das Areal aus städtebaulicher Sicht aufbessern.