Die Saalestadt reiht sich damit in solch klangvollen Städtenamen wie Wien, Prag und Mainz, die seit 1998 das Festival in wechselnder Folge veranstaltet haben. Auch Leipzig war mehrmals Gastgeber. Das internationale Event, das neben Halle zeitgleich in Wuppertal und Essen ausgerichtet wird, vereint hochkarätige Instrumentalkünstler, darunter aus Korea, Norwegen, Russland, Frankreich und Deutschland. Insgesamt 200 Teilnehmer - vom Dozenten bis zur zwölfjährigen Klavierschülerin - können die Organisatoren erfreut verzeichnen.
Einer, der für den guten Ton nicht nur während der öffentlich angebotenen Konzerte sorgt, ist Gerald Seupt. Der 59-Jährige ist seit 1985 Klavierstimmer an der Martin-Luther-Universität und damit so etwas wie die "gute Seele" des Instituts. Lange bevor die Künstler ihren Platz am Flügel einnehmen, ist Seupt am Werk. Akribisch und hochkonzentriert arbeitet Seupt Saite für Saite an dem berühmten Steinway ab, lauscht dem Kammerton A und zieht mit dem Stimmschlüssel nach, so dass der perfekte Ton erklingt. "Dazu brauche ich vor allem Ruhe - und saubere Ohren", scherzt der Hallenser, der mit seiner Partnerin, einer russischen Pianistin, die Liebe zum Klavier teilt. Natürlich gehört zur richtigen Stimmung im Konzertsaal noch einiges mehr - nicht umsonst führt Seupt ein ganzes Arsenal von Instrumenten in seinem rollenden "Werkstattwagen" mit sich. Unentbehrlich ist vor allem die Stimmgabel, nach der sich alles richtet. "Der Kammerton A wurde 1953 international für eine einheitliche Stimmung festgelegt", erklärt Seupt, der auch am Samstag, wieder im Einsatz ist: für das Professorenkonzert in der Universitäts-Aula im Löwengebäude.
Konzert am Samstag, 19.30 Uhr, Aula der Universität im Löwengebäude: Olivier Gardon, Klavier; Igor Malinovsky, Violine