Halle: Hat der Dezernent bei der Abgabefrist gepennt?

11.07.2012 21:41 Uhr | Aktualisiert 12.07.2012 11:10 Uhr
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Volksbankarena in Halle

Volksbankarena in Halle - Heimstätte der Saalebulls (ARCHIVFOTO: THOMAS MEINICKE)

Von Gert Glowinski
Das Gutachten zur Eissporthalle ging zu spät beim Finanzministerium ein. Dabei war das Papier schon lange fertig.
Halle (Saale)/MZ. 

Der gescheiterte Neubau für die marode Eissporthalle könnte für die Rathausspitze noch peinlich werden. Die Stadtverwaltung hat eine vereinbarte Abgabefrist für ein Konzept verstreichen lassen. Das Ergebnis: Das Bauprojekt findet nun wohl keine Berücksichtigung im Etat des Landes mehr. Nach MZ-Recherchen wäre es aber eigentlich kein Problem gewesen, die Unterlagen rechtzeitig abzugeben. Dennoch passierte wochenlang nichts.

Das Finanzministerium hatte bereits im April Geld vom Land in Aussicht gestellt, aber eine Konzeption für eine neue Halle von der Stadt gefordert. Bis Anfang Juni hätten diese Unterlagen in Magdeburg vorliegen sollen. Stattdessen trudelten die Papiere erst vor wenigen Tagen beim Ministerium ein - viel zu spät, hieß es dort.

Nach MZ-Informationen war das komplette Konzept aber rechtzeitig fertig. Oberbürgermeisterin Dagmar Szabados (SPD) hatte über ihren Wirtschaftsdezernenten Wolfram Neumann den Eissporthalle e.V. gebeten zu prüfen, inwieweit die Erstellung dieser Studie möglich ist. Der Verein hat das Gutachten dann nach Angaben der Stadt in Auftrag gegeben. Bereits am 4. Juni hatte ein renommiertes Planungsbüro aus Halle das Gutachten fertiggestellt - so wie vom Finanzministerium gewünscht. Das Gutachten umfasst ein Steuer- und Betreiberkonzept für eine neue Halle, mehrere Varianten für einen neuen Standort und eine komplette Baubeschreibung.

Verkündet hatte Finanzminister Jens Bullerjahn (SPD) die Möglichkeit eines Neubaus der Eissporthalle beim OB-Wahlkampfauftakt der SPD. Dagmar Szabados hatte damals eine zügige Prüfung in Aussicht gestellt. Vereinbart worden war, spätestens im Juni Unterlagen bereitzustellen, die vor der Aufstellung des Nachtragsetats des Landes hätten geprüft werden können. Nun rudert Wirtschaftsdezernent Neumann zurück. Es habe gar keine Fristen gegeben, weil es nie um einen förmlichen Förderantrag gegangen sei, behauptet er. "Mögliche Fristen ergeben sich möglicherweise nachdem die Förderkulisse und die Finanzierungsmöglichkeiten des Landes feststehen. Dann würde sich im zweiten Schritt der Stadtrat mit der Thematik befassen und danach ein Förderantrag gestellt werden", so Neumann.

Genutzt wird die Halle vor allem vom Eishockey-Verein Saale Bulls, der gerade knapp den sportlichen Aufstieg verpasst hatte. Präsident Daniel Mischner sagte der MZ, man sei auf eine funktionstüchtige Halle angewiesen, ein Neubau sei deswegen natürlich weiter wünschenswert. Mischner hatte im April auch das Treffen initiiert, bei dem Stadt und Finanzministerium erste Absprachen getroffen hatten. Absprachen, die aber offenbar nicht eingehalten wurden. Die Chance auf eine neue Halle ist nun jedenfalls denkbar klein.