Halle: Jugendrat will Stimmrecht

10.06.2012 20:45 Uhr | Aktualisiert 10.06.2012 21:05 Uhr
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Der Vorstand des Kinder-und Jugendrates

Der Vorstand des Kinder-und Jugendrates: Vorsitzende ist Odile Podolski (vierte von oben). (FOTO: ANDREAS HEINE)

Von SILVIA ZÖLLER
Seit zehn Jahren gibt es mit dem Kinder- und Jugendrat eine Interessenvertretung für junge Hallenser. Zum Jubiläum feiern sie sich nicht selbst, sondern wollen ernstgenommen werden.
Halle (Saale)/MZ. 

Viele Projekte hat der Kinder- und Jugendrat (KJR) in den letzten zehn Jahren schon in Angriff genommen: Zum Beispiel Spielplätze bewertet und Mängel aufgezeigt, eine Bank zur Finanzierung von sinnvollen Aktivitäten Jugendlicher gegründet und Ideenkonferenzen veranstaltet, um die Stadtverwaltung auf Probleme und Verbesserungsmöglichkeiten für junge Hallenser hinzuweisen. Doch bei einer Feier am Wochenende zum runden Geburtstag war das für die jungen Engagierten keineswegs ein Grund zum Zurücklehnen. Sie wollen weiter vorankommen und zum Beispiel Stimmrecht im Jugendhilfeausschuss erreichen, an dem sie bislang nur als beratendes Mitglied teilnehmen.

"Ich wünsche mir aber auch, dass sich noch mehr Jugendliche engagieren und wir noch mehr Akzeptanz finden", sagte die Vorsitzende Odile Podolski. Die 17-Jährige sammelte bei dem Treffen zum Jubiläum im Familienzentrum des CVJM Visionen für die nächsten zehn Jahre. Und das nicht nur mit ihren Mitstreitern, sondern ebenso mit Politikern - denn zu Gast waren auch die Vorsitzende des Jugendhilfeausschusses, Hanna Haupt (SPD), Sozialdezernent Tobias Kogge, Oliver Paulsen (Grüne) und Swen Knöchel (Linke).

Eine der Ideen soll nach dem Wunsch der Runde schon bald umgesetzt werden - dass der ehrenamtlicher Einsatz im Kinder- und Jugendrat auch schriftlich von der Stadt bestätigt wird und dem Schulzeugnis beigelegt werden kann. Verstärken wollen die jungen Leute die Zusammenarbeit mit Lokalpolitikern, die zu KJR-Sitzungen einladen werden sollen. Oliver Paulsen schlug vor, dass der KJR seine Ideen ja auch in den Fraktionssitzungen vorstellt.

Eine der großen Visionen könnte schon bald Wirklichkeit werden: Die Auszeichnung der Stadt Halle als kinderfreundliche Kommune. Unicef und das Deutsche Kinderhilfswerk wollen, so Sozialdezernent Kogge, mit diesem Logo unter anderem die politische Teilnahme und die bestehenden Jugendnetzwerke würdigen. Der Jugendhilfeausschuss hat dem bereits zugestimmt - nun muss der Stadtrat noch Ja sagen. Allerdings hängen an dem Prädikat auch Kosten. Vier Jahre lang muss die Kinderfreundlichkeit der Stadt wissenschaftlich evaluiert und begleitet werden. Kogge schätzt die Kosten auf jährlich 16 000 Euro. Die KJR-Mitglieder waren sich einig, dass sie dies unterstützen und mit halleschen Politikern darüber intensiv reden wollen.