Halle: Junge Kunst geballt

29.04.2012 20:03 Uhr | Aktualisiert 29.04.2012 21:31 Uhr
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Sabine Kunz

Auf ihren raumhohen Farbholzschnitt «KopfKopf» sprachen viele Besuchern Sabine Kunz an. (FOTO: LUTZ WINKLER )

Von SILVIA ZÖLLER
An 34 Standorten, in der ganzen Stadt verteilt, zeigten über 70 junge Künstler - zumeist Absolventen der Kunsthochschule Burg Giebichenstein - was sie drauf haben. Ateliers, leer stehende Häuser, Cafés und Künstlerhäuser waren die Orte, an denen Plätze für Ungewöhnliches geöffnet wurden.
Halle (Saale)/MZ. 

Streetart? Fotocollagen? Rauminstallationen? Oder doch lieber Videokunst? Es war schwer, sich beim Atelier-Rundgang "Kulturprodukt" am Wochenende zu entscheiden, was man zuerst sehen wollte. Und was überhaupt. Denn an 34 Standorten, in der ganzen Stadt verteilt, zeigten über 70 junge Künstler - zumeist Absolventen der Kunsthochschule Burg Giebichenstein - was sie drauf haben. Ateliers, leer stehende Häuser, Cafés und Künstlerhäuser waren die Orte, an denen Plätze für Ungewöhnliches geöffnet wurden.

So etwa im Café "Ka und Ke" in der Adolfstraße am Reileck, wo so mancher Besucher fragte, wo denn nun die Kunstwerke von Buchbinderin Katharina Müller und Goldschmiedin Frauke Freese zu sehen sind. Doch ihr gemeinsames Projekt "Rosenburg" ist eine liebevolle und subtile Rauminstallation - mit kleinen Vitrinen, gefüllt mit so kuriosen Gegenständen wie Moos, Knöpfen oder einem Schlüssel, und winzigen anderen Objekten an den Wänden verzaubern sie das Café praktisch fast unsichtbar.

Hunderte Besucher strömten in den seit elf Jahren leer stehenden früheren Gasthof "Goldener Pflug", um sich eine abwechslungsreiche Schau von Fotokunst, Malerei und Grafik anzusehen - immer im Gespräch mit den Künstlern. "Die Leute freuen sich über den direkten Kontakt", ist Sabine Kunz glücklich über die Möglichkeit, ihre sehr seltene Technik der großformatigen Farbholzschnitte Interessierten erklären zu dürfen. Die elf Künstler hatten zwei Wochen lang das auf Hochglanz gebracht, und das sehr gerne: "Das war ein schöner Anlass. Ich bin froh, meine Siebdrucke hier zeigen zu dürfen", freute sich die 26-jährige Burgabsolventin Catarina Behrendt.

Und genau darum ging es den Organisatoren Florian Mücke und Andreas Theile, die vier Monate lang alles mit einigen Mitstreitern koordiniert hatten: das breite kreative Potenzial Halles im Überblick zu zeigen. "Es gibt viele Aktionen, aber oft wenig Nachhall. Wir wollen Nachhaltigkeit schaffen", so Thiele, der seine mit Mücke entworfenen Installationen in ihrer Werkstatt in der Rudolf-Ernst-Weise-Straße zeigten.

"Kulturprodukt", so sein Anliegen, soll Bestand haben - die Internetseite soll noch ein ganzes Jahr erhalten bleiben und einen Überblick über die Szene geben, auch für die Szene selbst. Und natürlich hoffen die beiden Künstler, dass es 2013 einen ähnlichen Atelierrundgang mit Einblicken in die junge Szene geben wird.