Die Initiatoren des Sechs-Millionen-Euro teuren und 300 Meter langen Strömungskanals in der "Stadt am Fluss" geben sich indes noch nicht geschlagen.
"Wir kämpfen noch, obwohl die Uhr fast abgelaufen ist", sagt Rolf Herrmann vom der Bürgerinitiative "Pro Wildwasserpark" auf Nachfrage der MZ. Die letzte Hoffnung: Ein Änderungsantrag zum Planfeststellungsbeschluss im Landesverwaltungsamt könnte die Frist für das Ende des Landesbaurechts am Freitag automatisch verlängern. Und dies wäre notwendig, um erneut prüfen zu können, ob die Kommune als sogenannter Vorhabensträger nicht doch noch einen Fördermittelantrag für den Wildwasser-Park stellt. Herrmann und seine Mitstreiter argumentieren, dass ein solcher Antrag kein Schaden für die Kommune bedeuten würde. Es gelte weiter der Beschluss, dass der Park die Stadt nichts kosten dürfe. Zudem übernehme ein Sponsor den Eigenanteil von einer halben Million Euro.
"Was hält die Stadt eigentlich davon ab, den Änderungsantrag zu unterschreiben und an das Landesverwaltungsamt weiterzureichen?", fragt Herrmann. Während die Zeit wegrenne, bekomme er von der Verwaltung bisher keine Antwort. Die Änderungsunterlagen für den Planfeststellungsbeschluss, so Herrmann, habe man am 23. April im Büro der Oberbürgermeisterin abgegeben. Von dort seien sie an den Baudezernenten Uwe Stäglin weitergegeben worden. Da dieser aber bis Ende Mai dienstlich nicht erreichbar sei, liege die Entscheidung nun beim Wirtschaftsbeigeordneten Wolfram Neumann. Doch auch er sei leider für die nächsten Tage im Urlaub und könne die Entscheidung nicht treffen. "Wie geht es jetzt weiter?", fragt Herrmann.
2011 hatte sich der Stadtrat dagegen ausgesprochen, den Fördermittelantrag für den Wildwasserpark zu stellen, vor allem wegen der unsicheren Finanzierung - von der halben Million eines privaten Sponsors war da noch kein Rede. In die Planung der Saale-Sportstätte an den Pulverweiden sollen seit 1997 bereits 220 000 Euro eines Sponsors geflossen sein. Die Kanuten rechnen mit 10 000 aktiven Besuchern an einem solchen Kanal, der nur noch bis kommenden Freitag über alle umweltschutzrechtlichen Genehmigungen verfügt.