Halle: Projekt Fanmeile - wer pfeift das Spiel an?

10.05.2012 21:03 Uhr | Aktualisiert 10.05.2012 21:49 Uhr
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Fußballfans

Fußballfans. (FOTO: DPA)

Von Peter Godazgar
Wird es doch noch was? Mit öffentlichem Fußballjubel in Halle? Gar mit einer Fanmeile in der City? Nachdem sich in der MZ von Donnerstag sämtliche sechs Oberbürgermeister-Kandidaten fürs öffentliche Fußballgucken - das so genannte Public Viewing - ausgesprochen haben, hat sich nun auch ein Veranstalter grundsätzlich bereit-erklärt, das Projekt zu stemmen.
Halle (Saale)/MZ. 

Wird es doch noch was? Mit öffentlichem Fußballjubel in Halle? Gar mit einer Fanmeile in der City? Nachdem sich in der MZ vom Donnerstag sämtliche sechs Oberbürgermeister-Kandidaten fürs öffentliche Fußballgucken - das so genannte Public Viewing - ausgesprochen haben, hat sich nun auch ein Veranstalter grundsätzlich bereit-erklärt, das Projekt zu stemmen: Lubomir Danailow, Chef von "Fest-Event" und Veranstalter von "Händels Open", sagte zur MZ: "Wir würden das gerne machen. Aber wir brauchen Unterstützung."

Der Gedanke liegt in der Tat nahe: Danailow veranstaltet auf dem Hallmarkt ab kommenden Dienstag und bis zum 23. Mai das alljährliche, beliebte Musikspektakel "Händels Open". Warum also nicht gleich zu Füßen der Marktkirche anderthalb Wochen später ein Public Viewing veranstalten, wenn ein Großteil der benötigten Gerätschaften schon dort steht?

Danailow sagt indes deutlich, ohne Unterstützer - sprich: Sponsoren - geht es nicht. Die möglichen Geldgeber freilich halten sich bedeckt. Seitens einiger Großsponsoren wie Volksbank, Saalesparkasse oder der Stadtwerke war am Donnerstag nicht mehr als grundsätzliches Wohlwollen zu hören - wenn überhaupt. Entscheidungen würden nur vom Vorstand getroffen und zwar nach detaillierter Beratung. Lubomir Danailow würde sich zustimmende Signale seitens der Stadt, aber auch vom Stadtmarketing wünschen. Damit steht er nicht allein: Auch die meisten der OB-Kandidaten fänden es richtig, wenn man dort die Initiative ergreift.

"Natürlich wollen wir alle ein Public Viewing haben", sagt Stadtmarketing-Chef Stefan Voß, macht aber auch gleich auf die enormen Probleme aufmerksam. Um so etwas zu organisieren, sei eigentlich ein Vorlauf von acht, neun Monaten nötig. Damit jetzt noch die geringste Chance besteht, bedürfe es eines klaren Auftrags seitens der Stadt sowie eines "gut verdrahteten Heilsbringers", wie Voß mit einem Augenzwinkern sagte - soll heißen: einer charismatischen Person, die in der Lage wäre, Aufbruchstimmung zu verbreiten und Sponsoren kurzfristig zu überzeugen.

Denn niemand habe das Geld "mal eben auf der hohen Kante"; erfahrungsweise belaufen sich die Kosten für ein derartiges Spektakel auf rund 100 000 Euro. so Voß.

Voß spielt den Ball ins Rathaus: Bisher gebe es für das Stadtmarketing von der Stadt nur die schriftliche Aussage, nichts zu unternehmen. Danailow bringt es derweil so auf den Punkt: "Wenn die Stadt will, dann ist Vieles möglich."

Und? Will die Stadt? Deren Sprecher Steffen Drenkelfuß teilte am Donnerstag mit, man könne angesichts der Haushaltssituation "keine finanziellen Risiken im Zusammenhang mit einem Public Viewing tragen". Außerdem sehe man den Hallmarkt als Ort kritisch und zwar mit Blick auf die zum Teil parallel laufenden Händelfestspiele. Gleichwohl sei man "gesprächsbereit", indes habe weder Danailow noch ein anderer Veranstalter bisher angefragt.