Der große Kirschsegen bleibt in diesem Jahr aus. (FOTO: ARCHIV/WINKLER)
"Rote Kirschen ess ich gern" heißt es in einem Kinderlied. Doch wie steht es in diesem Jahr um die Kirschernte im nördlichen Saalekreis? Die MZ hat sich in einigen Obstbaubetrieben umgeschaut.
"Es hängt ja nicht viel dran in diesem Jahr", sagt Kurt Ehm von der Obstproduktion Höhnstedt. Der Frost Anfang Februar habe den Obstbauern arg mitgespielt. Die Aprikosenernte falle in diesem Jahr deshalb komplett aus, und auch den Kirschen hätten die heftigen Minustemperaturen viel geschadet. "Wir hoffen auf Sonne und Wärme in den nächsten Tagen."
Der starke Regen der vergangenen Tage sei zwar nicht schön gewesen, aber hätte keine zusätzlichen Schäden gebracht. "Wir pusten ja laufend mit einem Gebläse das Wasser weg", erzählt der Obstproduzent. Hinzukäme eine spezielle Flächenbehandlung, damit die Oberflächenspannung der Früchte erhalten bliebe und die Früchte nicht platzten.
Bei der Saaleobst Erzeuger und Absatzgenossenschaft in Schochwitz sieht es ähnlich aus. Ob der Regen Probleme gebracht hat, wird seit Donnerstag geprüft. "Die Ernte fällt jedenfalls eher mager aus", sagt Betriebsleiter Lutz Röll.
Die zu erwartende Menge der süßen roten Früchte liege unter der Hälfte dessen, was man sich eigentlich verspricht. Der lange Frost im Februar habe das Holz der Bäume geschädigt. Die kalten Temperaturen um Ostern wären ebenfalls nicht förderlich gewesen. Anfang der nächsten Woche beginnt bei Saaleobst die Kirschernte.
Ab Mitte der Woche werde dann auch wieder die hochmoderne Sortiermaschine im Einsatz sein, die seit mehreren Jahren gute Dienste verrichtet. Bei der Saaleobst-Genossenschaft werden übrigens über zwanzig Sorten Süßkirschen angebaut.
Beim Agrardienst Nauendorf / Wallwitz werden zwar keine Süßkirschen angebaut, aber es stehen Sauerkirschen in den Plantagen. "Der Regen der letzten Tage hat den Früchten nichts ausgemacht, er war vielmehr gut, denn lange Zeit war es viel zu trocken in diesem Jahr", sagt Dieter Hornung vom Agrardienst Nauendorf. Auch der Winterforst habe den Sauerkirschen nicht zugesetzt, denn es handle sich ausschließlich um späte Sorten, die bei Wallwitz wachsen und deren Blütenansätze seien Anfang Februar noch nicht stark ausgeprägt gewesen. Trotzdem: "Die Ernte verspricht nicht berauschend zu werden, aber auch nicht völlig schlecht, sondern durchschnittlich."
Das Gleiche treffe übrigens auch auf die Apfel- und Birnenernte auf den Plantagen rund um Wallwitz zu. "Wie die wirklich ausfällt, das sehe man meist erst im Juni. Denn dann würden die Bäume noch einmal ihren Fruchtbestand regulieren", erläutert der Experte.