Halle/Saalekreis: Gruft erhält Schönheitskur

11.07.2012 21:23 Uhr | Aktualisiert 12.07.2012 11:10 Uhr
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Diese   begehbare Gruft   mit den beiden...

Diese begehbare Gruft mit den beiden Sarkophagen in der Bennstedter Kirche soll jetzt saniert werden. (FOTO:GÜNTER BAUER)

Von Claudia Crodel
Die Bennstedter Dorfkirche birgt so manchen Schatz. Einer davon ist zweifelsohne die sich ans Kirchenschiff anschließende Gruft. Zwei prunkvolle Steinsarkophage finden sich dort, ebenso wie fünf Grabplatten der Familie von Bieberstein sowie sechs Grabplatten der Bennstedter Gutsbesitzerfamilie Koch. Das setzt den Besucher in Erstaunen.
Bennstedt/MZ. 

Doch die begehbare Gruft befindet sich in desolatem Zustand. Der Kellerwarzenschwamm habe sich eingenistet, wie in so vielen anderen alten Gebäuden, erzählt Uwe Glimm. Er ist der Vorsitzende des Fördervereins der Bennstedter Kirche, der sich die Erhaltung und Restaurierung des historisch und kulturell bedeutsamen Bauwerks auf die Fahnen geschrieben hat und in dieser Hinsicht in den vergangenen Jahren schon viel getan hat.

Den jetzigen Zustand der Gruft wollen die Bennstedter nicht mehr länger hinnehmen. Deshalb hat sich der Förderverein darum gekümmert, dass die Sanierung jetzt in Angriff genommen wird. "Zu allererst müssen der Kellerwarzenschwamm entfernt und die lockeren Putzteile abgehackt werden", erläutert Uwe Glimm. Vorher muss allerdings noch eine ganze Reihe Vorsichtsmaßnahmen ergriffen werden, damit die wertvollen Grabplatten und die Sarkophage nicht beschädigt werden. So ist beispielsweise der Fußboden durch Abdeckplatten vor Beschädigungen zu schützen. Auch die Sarkophage müssen eingehüllt werden.

Der Innenraum soll einen neuen Putz erhalten. "Das ist ein Spezialputz, entsprechend der Richtlinien des Denkmalschutzes", sagt Uwe Glimm. Da müsse alles genau stimmen. Der für den Putz benötigte Sand beispielsweise stamme ganz aus der Nähe, aus einer Landsberger Sandgrube. Der werde dann in einem genau abgestimmten Verhältnis mit Otterbeiner Kalk und Weißkalkhydrat vermischt.

Auch wird die Beleuchtung der Gruft erneuert werden und zwar so, dass künftige Besucher die wertvollen Grabplatten auch richtig in Augenschein nehmen können. Dazu sind Elektroarbeiten notwendig, vom Einbringen der Schlenzen, über das Verlegen der Leitungen bis hin zum Anbringen von Schaltern und Dosen.

"Alles in allem werden wir bei dieser Baumaßnahme rund 20 000 Euro verbauen", sagt Glimm. Das Geld hat der rührige Förderverein bereits zusammen. Es sei von einem Bewohner aus dem Ort gespendet worden, dessen Frau kürzlich verstorben sei und der das Geld im Gedenken an seine Frau dem Förderverein für die Gruftsanierung zur Verfügung gestellt hat.

Im Moment sind die Arbeiten ausgeschrieben und man hoffe, möglichst bald geeignete Firmen aus der Region zu finden. "Wenn alles so klappt, wie wir uns das vorstellen, dann wird die Gruft Ende des Sommers saniert sein", stellt der Vorsitzende des Fördervereins in Aussicht. Geplant sei, die Gruft zum Europäischen Tag des offenen Denkmals am 9. September erstmals wieder der Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

Der Förderverein der Bennstedter Kirche kümmert sich im Moment übrigens nicht nur um die Gruft. Denn vom Keller aus geht es bald in die Höhe, genauer gesagt zum Glockenstuhl. Dort soll demnächst die Bronzeglocke aufgehängt werden.