Halle: So ist der Sommer

29.04.2012 20:05 Uhr | Aktualisiert 29.04.2012 21:17 Uhr
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Starke Männer in Streifen-Trikot

Starke Männer in Streifen-Trikot: Maik Börnicke, Klaus Dieter Gerlang und Hans-Peter Beßler testen bei elf Grad Wassertemperatur die künftige Schwimmstrecke in der Saale. (FOTO: GÜNTER BAUER)

Von SILVIA ZÖLLER
Unglaubliche 29,5 Grad notierte der Deutsche Wetterdienst als Höchsttemperatur am Samstag für Halle. Am Sonntag stieg das Quecksilber an der Messstation in Kröllwitz auf 29,3 Grad - Sommer mitten im Frühling. Also gab es für die meisten nur eins: Raus in die Sonne!
Halle (Saale)/MZ. 

Bei freiem Eintritt verzeichnete das Heidebad als einziges geöffnetes Freibad in der Stadt Rekordzahlen. "Am Samstag waren rund 2 500 Besucher hier, am Sonntag um die 1 600", berichtet Geschäftsführer Mathias Nobel begeistert, "das ist wie im Hochsommer." Decke an Decke knubbelten sich die Sonnenhungrigen in dem privat betriebenen Bad und scheuten auch nicht die Erfrischung im 16 Grad kalten See. Eng wurde es auf den Parkplätzen, aber mit etwas Glück war irgendwo in Nietleben dann doch noch ein Fleckchen für das Auto zu finden.

Allein auf breiter Front waren dagegen die Saaleschwimmer am Wochenende, die schon mal die neue Fluss-Schwimmstrecke am Riveufer antesteten - bei elf Grad Wassertemperatur. "Länger schwimmen geht da natürlich nur mit Neopren-Anzügen", sagt Vereinsvorsitzender Klaus-Dieter Gerlang, der sich auf viele Gäste zur offiziellen Einweihung der abgesperrten 500-Meter-Bahn am Dienstag um 15 Uhr freut.

Im Höhenflug waren auch die Modellflieger des Oppiner Clubs, die mit gut zwei Dutzend Mitgliedern ihre Flugzeuge in die Lüfte steigen ließen - bei optimalen Bedingungen. Die verzeichneten auch die Eisdielen in Halle und dem Saalekreis, wo lange Schlangen in Kauf genommen werden mussten.

Mittelprächtig war dagegen der Ansturm auf die Sommerrodelbahn auf dem Petersberg. Vielleicht versprachen sich viele nicht die nötige Abkühlung auf der 7 00 Meter langen Abfahrt.

Von Abkühlung konnten die zwölf Mitglieder des Postkult-Vereins nur träumen, die sich am Samstag zum Arbeitseinsatz auf ihrem Vereinsgelände am Böllberger Weg trafen. "Wir wollen das Dach eines Gebäudes abdichten und Fenster einbauen", erklärte Vereinsvorstand Matthias Rösner die Aufgabenstellung in der prallen Sonne. Doch die Hitze machte den jungen Leuten keine Probleme, denn mit Elan ist der Verein dabei, hinter ihrem Stadtgarten ein leer stehendes, marodes Haus für ihren Umsonstladen und als Vereinstreff auszubauen. "Wegen des Wetters sagt uns da keiner ab", freut sich Rösner. Auch viele Kinder und Jugendliche schauen oft bei den Postkultlern vorbei und helfen - zum Beispiel beim Gießen im Stadtgarten. Und das war an diesem Wochenende nun wirklich nötig.