Halle: So sehen Sieger aus

10.05.2012 21:41 Uhr | Aktualisiert 10.05.2012 21:55 Uhr
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Schachspieler

Die Schach-Champions (v.l.n.r.) : Quang Anh Le Hong, Karl Simon Altstadt, Felix Knopf, Nicolas Niegsch und Dustin Hoffmann. (FOTO: GÜNTER BAUER)

Von SILVIA ZÖLLER
Fünf Schüler sind im Team Deutscher Meister im Schulschach geworden. Zwei von ihnen holten schon in Istanbul einen Titel.
Halle (Saale)/MZ. 

Respekt: Sieben bis acht Züge im Schach vorauszudenken, das ist schon was. Der 14-jährige Nicolas Niegsch hat das drauf, ebenso wie vier Schulkameraden, mit denen er jetzt im Team den Titel des Deutschen Meisters bei den Schulschachmeisterschaften im hessischen Bad Homburg holte. In der Altersgruppe der 13- und 14-Jährigen räumte Nicolas zusammen mit Felix Knopf, Dustin Hoffmann, Karl Simon Altstadt und Quang Anh Le Hong ab.

Gegen 18 andere Mannschaften mussten sich die Jungs durchsetzen. Und schafften das ganz cool: "Wir sind so gut durchgezogen, dass wir schon einen Tag vor Ende des Turniers klarer Sieger waren", erzählt Dustin Hoffmann von den viertägigen Meisterschaften.

Dabei investieren die Fünf keineswegs irre viel Zeit in ihren Sport - noch nicht einmal eine Schach-AG gibt es am Cantor-Gymnasium. Vielmehr gehen die meisten einmal die Woche zum Training in unterschiedlichen Vereinen. So wie der 14-jährige Felix Knopf, der seit seinem achten Lebensjahr die Tricks und Kniffe rund um Bauer, König und Turm lernt. "Ich spiele aber nicht jeden Tag Schach", sagt Felix. Und schiebt hinterher: "Wenn ich noch mehr trainieren würde, wäre ich noch besser." Was wiederum eine glatte Untertreibung ist, denn zusammen mit Quang Anh Le Hong war er Ende April erst bei einem internationalen Jugendschach-Turnier im türkischen Istanbul, wo sie den zweiten Platz unter 36 Teams machten.

Nur ganz nebenbei: Felix Knopf und Nicolas Niegsch haben sich für die deutschen Jugend-Einzelmeisterschaften qualifiziert und fahren in zwei Wochen zum Turnier nach Oberhof in Thüringen.

Ist man mit so einem Hobby der Held in der Klasse oder wird man komisch angesehen? "Viele sagen, dass das gar kein richtiger Sport ist und haben kein Verständnis dafür", sagt Karl Simon Altstadt. Dabei ist für den 13-Jährigen gerade das Faszinierende, dass man sich beim Schach zwar nicht körperlich, aber geistig richtig anstrengen muss. "Das Vorausberechnen der Züge ist der Kick", findet Karl.

So ganz freiwillig ist der fünfte im Bunde, Quang, nicht zum Schach gekommen. "Meine Eltern wollten unbedingt, dass ich Sport mache", erzählt er. Und weil es in der Grundschule eine Schach-AG gab, blieb er dabei hängen - und ist heute damit sehr glücklich. Denn das Schachspielen bringe auch viel für andere Schulfächer, meint er.

Auch eine weitere Mannschaft des Cantor-Gymnasiums hat einen Pokal von den Schulmeisterschaften mitgebracht: In der Altersgruppe der 16- und 17-Jährigen wurden Samuel Gering, Martin Sieber, Martin Feuerherdt und Sebastian Pallas Deutsche Vizemeister.