Der umgestürzte Lkw lag quer auf der Fahrbahn. (FOTO: GÜNTER BAUER)
Berufspendler, die am Mittwoch früh mit dem Auto über die B 100 nach Halle zur Arbeit fahren wollten, brauchten eine gehörige Portion Geduld und starke Nerven: Seit 4.30 Uhr blockierte ein umgestürzter Sattelzug die Kreuzung zur Dessauer Straße und somit den Weg in die Innenstadt. Bei dem Unfall ist die 47-jährige Fahrerin des Lastern mit Berliner Kennzeichen verletzt worden. Feuerwehrleute mussten sie aus dem Führerhaus ihres Lkw befreien.
Vier Stunden war die Kreuzung am Mittwoch voll gesperrt. Der gesamte Verkehr wurde von der Polizei von 5 bis 9 Uhr ab dem ehemaligen Metro-Markt an der B 100 über die Berliner Straße in die Innenstadt geleitet. Der Verkehr staute sich bis weit auf die Bundesstraße zurück. Ging es voran, dann nur im Schneckentempo. Viele Autofahrern wurden ungeduldig. Vor allem diejenigen, die es augenscheinlich sehr eilig hatten und mit bitterböser Mine hinter dem Steuer ihres Wagens saßen, scherten aus der Schlange aus und versuchten ihr Glück auf den schmalen Straßen der östlichen Stadtteile. Was auf dem Dautzsch noch halbwegs gut ging, fand aber im Diemitzer Baustellenwirrwarr ein jähes Ende.
Weil der umgestürzte Lkw einen Tankauflieger angekuppelt hatte, wurde zunächst befürchtet, dass sich in dem Behälter eine gefährliche Flüssigkeit befinden könnte. Doch die Feuerwehr konnte schnell Entwarnung geben: Der Sattelzug hatte Flüssigsalz geladen. "Ausgelaufen ist davon aber nichts", sagte Polizeisprecher Alexander Junghans.
Kurz vor 8 Uhr gelang es schließlich einem Abschleppunternehmen, den Laster wieder auf die Räder zu stellen. Dafür musste ein spezielles Lkw-Bergungsfahrzeug eingesetzt werden. Während dieser Arbeiten ruhte zudem auch der Straßenbahnverkehr.
Genaue Angaben zur Unfallursache konnte die Polizei noch nicht machen. "Dazu wird derzeit ermittelt", so Sprecher Junghans. Er gab die Schadenshöhe mit rund 40 000 Euro an.