Das Finale der Fußball-Europameisterschaft 2012 findet am 1. Juli 2012 im Olympiastadion in Kiew statt. Es hat eine Kapazität von 70.050 Plätzen. (FOTO: DPA)
Denn durch die erzwungene Terminverschiebung vom 17. Juni auf den 1. Juli findet plötzlich die Wahl zum Oberbürgermeister am selben Sonntag statt wie die Krönung des neuen Europameisters. Sollte Deutschland um den Titel spielen, dürften viele Hallenser schon nachmittags im Vorfreude-Rausch sein. Und was ist mit den rund 1.000 Wahlhelfern? Müssen sie gar auf das Spiel der Spiele verzichten?
Stadtwahlleiter Eberhard Doege ist selbst Fußball-Fan. Wie kommentiert er dieses Planungs-Foul? "Uns ist die Überschneidung bewusst." Doch auch ohne die wegen der Ausschreibungspanne nötig gewordene Terminverschiebung hätten die Hallenser am EM-Finaltag über den künftigen OB abstimmen sollen. "Ursprünglichen hätte am 1. Juli nämlich die Stichwahl stattgefunden", so Doege. Da der Stadtrat die OB-Wahl vor den Sommerferien wollte, habe man wenig Auswahl bei den Terminen gehabt.
Glück für die halleschen Wähler: Der Anpfiff in Kiew erfolgt erst um 20.45 Uhr, die Wahllokale schließen 18 Uhr. Doch für die Wahlhelfer geht es dann noch mal richtig los. Sie müssen die Stimmen auszählen. Trotzdem meint Doege, dass sie das Endspiel nicht verpassen werden. "Nach spätestens zwei Stunden müssten die Stimmen ausgezählt sein." Bei früheren OB-Wahlen seien viele Wahllokale bereits nach einer Stunde fertig gewesen. Tabu ist Fußball nur für Doege und die zehn Mitarbeiter im Wahlamt, die das Endergebnis ausrechnen. "Das wird später als 20.45 Uhr". Trotzdem - ein Fernseher darf nicht ins Wahlamt. "Das würde ablenken", so Doege.