Die Dampflok der Harzer Schmalspurbahnen GmbH steht zur Abfahrt bereiht. (FOTO: DPA)
Im Harz wird am 15. September an die erste Fahrt der Brockenbahn nach der Wende erinnert. Am Tag genau vor 20 Jahren fuhr erstmals wieder ein Personenzug auf den 1961 zum Sperrgebiet erklärten Brocken, der im innerdeutschen Grenzgebiet lag. Heute gehört die dampfbetriebene Brockenbahn zum 1142 Meter hohen Gipfel zu den Touristenattraktionen und den am meisten fotografierten Motiven im Harz. Sie fährt von Drei Annen Hohne über Schierke auf den Berg. Betreiber sind seit 1993 die Harzer Schmalspurbahnen (HSB). Das Unternehmen betreibt auf einem rund 140 Kilometer langen Schmalspurstreckennetz außerdem die Harzquer- und die Selketalbahn. Jährlich nutzen mehr als 1,1 Millionen Fahrgäste die Züge der HSB.
Zum Jubiläum schickt die HSB zwei Sonderzüge auf den Berg in Deutschlands nördlichstem Mittelgebirge und feiert mit Ehrengästen aus Politik und Wirtschaft und vielen Besuchern die Wiederaufnahme des Zugverkehrs zum Brocken. Bei einer Festveranstaltung wird unter anderem das Buch «20 Jahre Harzer Schmalspurbahnen» vorgestellt. Weiterhin soll es Auszüge aus dem Bühnenstück «Faust - Die Rockoper auf dem Brocken» geben.
Von 1961 bis zur Wende war der Berg ein gesperrtes Niemandsland, das streng kontrolliert wurde. 1990 sahen sich Experten zum ersten Mal die teilweise marode Bahnstrecke bei einer Erkundungsfahrt an. Rund 21 Millionen D-Mark mussten in Gleis- und Brückenbauarbeiten investiert werden, bevor am 15. September 1991 zwei Sonderzüge wieder mit Volldampf auf den Berg fahren konnten. Mehr als 30 000 Menschen sollen damals an der Strecke von Schierke bis zum Brockenbahnhof gestanden haben. Seit 1. Juli 1992 gibt es einen fahrplanmäßigen Zugverkehr auf den Berg.