Davon gehe die Polizei nach dem derzeitigen Stand der Ermittlungen aus, sagte Uwe Becker, Sprecher des Polizeireviers Harz. Es gebe zum jetzigen Zeitpunkt keinen Anfangsverdacht für eine Straftat; ein Ermittlungsverfahren sei nicht eingeleitet worden.
Was hat die verheerende Verpuffung ausgelöst? Dieser Frage sind die Kriminalpolizei des Polizeireviers Harz und das Gewerbeaufsichtsamt Halberstadt am Donnerstag weiter nachgegangen. Unterstützung bekamen sie dabei aus Magdeburg: Für die Untersuchungen wurden ein Brandursachenermittler, die Tatortgruppe und Spezialisten für "Unkonventionelle Spreng- und Brandvorrichtungen" des Landeskriminalamtes hinzugezogen.
Dabei sei die bereits am Mittwoch begonnene Spurensicherung fortgesetzt worden, erklärte Becker. Deren Auswertung werde dauern. "In den nächsten Tagen ist ein Untersuchungsergebnis nicht zu erwarten."
Von einem "komplexen Geschehen", das zu rekonstruieren sei, sprach Uwe Heuck, Leiter der Gewerbeaufsicht Halberstadt. Dafür müssten Spuren chemisch, physikalisch und optisch analysiert werden. "Das braucht Zeit und vor allem spezielle Technik", so der Gewerbedirektor. Hinweise Dritter gebe es nicht; die beiden verletzten Mitarbeiter hätten sich allein am Unfallort befunden.
Aus bislang ungeklärter Ursache war es am Mittwoch in einem bunkerähnlichen Gebäude auf dem Werksgelände beim Abfüllen eines explosiven Pulvergemisches zu der Verpuffung gekommen. Bei einer solchen verbrennen - ähnlich wie bei einer Explosion - Feststoffe oder Gase extrem schnell. Die Verpuffung läuft jedoch weniger heftig ab. Die Verletzungen werden dabei eher durch das Feuer als durch die Druckwelle hervorgerufen.
Bei der Verpuffung im Pyrotechnik-Werk erlitten zwei Mitarbeiter des Unternehmens teils schwerste Verbrennungen. Beide werden in einer Spezialklinik in Halle medizinisch versorgt. Zum konkreten Gesundheitszustand der Männer gab es am Donnerstag keine weiteren Angaben.
Zwei weitere Mitarbeiter der Firma hatten sich bei Löscharbeiten verletzt und wurden mit Verdacht auf Rauchgasvergiftung ins Klinikum gebracht. Sie konnten nach ambulanter Behandlung wieder entlassen werden, sagte Polizeisprecher Becker.
Den Mitarbeitern des Pyrotechnik-Werkes in Silberhütte sei umgehend nach dem Unfall psychologische Betreuung angeboten worden, erklärte Oliver Hoffmann, Pressesprecher der Rheinmetall AG, der MZ. Die Pyrotechnik Silberhütte gehört zu den Rheinmetall-Unternehmen. "Rheinmetall wird darüber hinaus alles in seinen Möglichkeiten Stehende tun, um zur schnellen Genesung der verletzten Kollegen beizutragen", so Hoffmann weiter. Zudem werde das Unternehmen die Ermittlungen "selbstverständlich weiterhin unterstützen".