Harz: Weißer Fleck verschwindet

29.06.2012 18:45 Uhr | Aktualisiert 29.06.2012 21:28 Uhr
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Plakatübergabe

Die Projektleiterin der Harz-AG Kati Müller und Vorstand Thomas Müller (2.v.r.) übergaben Bad Suderodes Kurdirektor Kay Duberow (r.) symbolisch ein Plakat. Links Jochen Wagener von der Q-Bus Nahverkehrsgesellschaft. (FOTO: DETLEF ANDERS)

Von Detlef Anders
Urlauber und Kurgäste der Ortschaften Bad Suderode und Gernrode können ab Sonntag bei Vorlage ihrer Gästekarten kostenlos mit den öffentlichen Bussen fahren. Dafür wurde die Kurtaxe auf zwei Euro erhöht.
Bad Suderode/MZ. 

Urlauber und Kurgäste der Ortschaften Bad Suderode und Gernrode können ab Sonntag bei Vorlage ihrer Gästekarten kostenlos mit den öffentlichen Bussen fahren. Nachdem sich der Stadtrat von Quedlinburg für die Einführung des Harzer Urlaubstickets (Hatix) auch in den Ortsteilen Bad Suderode und Gernrode entschieden hatte, sind die vergangenen Wochen genutzt worden, um alle Vorbereitungen für die praktische Umsetzung zu treffen, berichtet Bad Suderodes Kurdirektor Kay Duberow. Die Gästekarten des Ortes, die beim Einstieg vorzuweisen sind, wurden mit dem Signet des Harzer Urlaubstickets (Hatix) ausgestattet. Symbolisch übergaben bei einer Ankunft der Thermenbuslinie 31 von Stolberg nach Quedlinburg die Hatix-Projektleiterin bei der Harz AG, Kati Müller, und der scheidende Vorstand Thomas Müller ein Hatix-Plakat an den Kurdirektor.

"Mit der Beteiligung des Heilbads Bad Suderode und von Gernrode verschwinden weitere weiße Flecken auf der Hatix-Karte", so Kati Müller. "Alle für die Hatix-Beteiligung anfallenden Umlagen werden durch die ebenfalls ab 1. Juli wirksam werdende Kurtaxerhöhung abgefangen", informiert Duberow. Statt 1,75 Euro in den Sommermonaten und 1,50 Euro in den Wintermonaten werden jetzt ganzjährig zwei Euro Kurtaxe von den Gästen Bad Suderodes erhoben.

44 Prozent Nichtnutzer

Die Kurverwaltung hat in den vergangenen Jahren regelmäßig Gäste befragt, von denen mehr als 30 Prozent angeben, die Linienbusse zu nutzen. Wenn die Nutzung kostenfrei sei, wollten dies 18 Prozent "auf alle Fälle" und 38 Prozent "vielleicht" tun. 44 Prozent werden das Angebot auch dann nicht nutzen, wenn es kostenlos wäre, hatten die Umfragen der zwei abgelaufenen Jahre ergeben. Dabei handele es sich aber nur um die Gäste des Kurzentrums, nicht die der Paracelsus-Klinik, relativiert Duberow.

Gerade von Seiten der Klinik gab es im Vorfeld Bedenken zu einer mit der Hatix-Einführung verbundenen Kurtax-Erhöhung. "Doch für viele der Patienten, die dort zur Anschlussheilbehandlung sind, ist keine Kurtaxeinnahme möglich", so Duberow. Die Klinik habe daher eine Sondersituation. Hier gäbe es außerdem ein pauschalisiertes Abrechnungsverfahren zur Kurtaxe. Thomas Müller freut sich, dass nach Quedlinburg am 1. Januar nun auch die Ortsteile zum Hatix stoßen. Wenn in der nächsten Wochen noch Ballenstedt dazukomme, dann wären bis auf Harzgerode und die Stadt Falkenstein fast alle Kur- und Erholungsorte des Landkreises Harz über das Hatix verbunden. Auf Harzgerodes Zustimmung hofft er noch, Falkenstein liege aber wohl etwas "zu abseits".

Bald auch im Westharz?

Die ersten zwei bis drei Gemeinden im Westharz könnten zum Jahresanfang 2013 folgen, glaubt Kati Müller. In Thüringen hat sie auch schon geworben. "Es wird ein Hatix für den gesamten Harz geben", ist sie optimistisch. "Das ist ein Top-Angebot", beurteilte Jochen Wagener von der Q-Bus Nahverkehrsgesellschaft das Harzer Urlaubsticket auf der von 5 bis 22 Uhr stündlich verkehrenden Buslinie 31. Er zeigt sich optimistisch, dass die Nutzerzahlen weiter steigen.

Die Nachfrage sei so stark, dass zwischen Thale und Friedrichsbrunn keine Achter-Busse mehr fahren, sondern 16-er und bald 25-Sitzer nötig sind. Für den Fall, dass Reisende wegen eines vollen Busses nicht mitkommen, sei vom Unternehmen auch schon ein Taxi organisiert worden. Dafür gäbe es in der Kalkulation eine Reserve.