Der Quedlinburger Marktplatz. (ARCHIVFOTO: DPA)
Der Außenstehende würde sagen: Alles schon gehört, was wird es dieses Mal? Die Stadt Quedlinburg arbeitet an einem Welterbemanagementplan. Den Ausschüssen liegen nun Kulturleitlinien und ein Stadtentwicklungskonzept dazu vor. Mit Beratungsunternehmen und auf Foren mit Kulturschaffenden sind diese vorbereitet worden. Im Mittelpunkt steht das Weltkulturerbe. Vom Landesverwaltungsamt hat es Förderungen gegeben. Eine Zeitschiene muss eingehalten werden. Nun ist der Plan auf der Zielgraden, wie Fachbereichsleiterin Birgit Voigt vor dem Sozial- und Kulturausschuss betonte.
In den Kulturleitlinien wurden vier zentrale Ziele formuliert. Dazu gehört die Unterstützung von Kulturschaffenden, Institutionen und Projekte zur Präsentation des Weltkulturerbes. Es soll zum Identität stiftenden Element werden. Mit den Kulturangeboten wird der Zusammenhalt der Bürger gefördert, ebenso wie ein Austausch mit Gästen. Dabei sollen lokaltypische Eigenheiten erhalten werden. Zudem unterstützt die Stadt den kulturorientierten Tourismus.
Zur Koordination soll ein Arbeitskreis - eine große Kulturrunde, ein Netzwerk oder ein Kulturbeirat - etabliert werden. Die Form müsse sich aus der Arbeit ergeben, wie betont wurde, und nicht im Vorhinein festgelegt werden. "Alle Pläne bringen nichts, wenn nicht die Kraft da ist, sie umzusetzen", betonte dazu Stadtrat Steffen Kecke vom Bürgerforum.
Ein erstes Projekt könnte die geplante Marketingoffensive der Deutschen Zentrale für Tourismus "Unesco-Welterbe in Deutschland" 2014 sein. Dazu ist ein erstes Konzept in einer großen Kulturrunde zu erarbeiten. 2014 besteht der Welterbestatus für Quedlinburg 20 Jahre, was zu einem kulturellen Höhepunkt werden soll.
Ebenfalls zum Welterbemanagementplan gehört ein Stadtentwicklungskonzept. Dies umfasst einen Zeitraum bis zum Jahr 2025, wie Baufachbereichsleiter Thomas Malnati sagte. Aus der Analyse der bisherigen Entwicklung sowie den Erkenntnissen aus Workshops und Befragungen seien sieben Leitlinien für den künftigen Weg erarbeitet worden. Dabei geht es unter anderem um einen attraktiven Wohn- und Wirtschaftsstandort, ein Leistungszentrum für Gesundheit und Bildung sowie um die Herausforderungen des demografischen Wandels. Das Welterbe wird als besonderes Kapital für die weitere Stadtentwicklung angesehen.
Zur Problematik Einzelhandelsentwicklung betonte Oberbürgermeister Eberhard Brecht, dass weitere Filialisten in der Innenstadt notwendig sind. Diese sind Frequenzbringer, ergänzte der Baufachbereichsleiter. Ein größerer Filialist, der Kaufkraft in die Innenstadt ziehe, sei wünschenswert. Stadtrat Wolfgang Döcke (FDP) fragte an, ob nicht der Umgang mit Baulücken in das Konzept aufgenommen werden sollte. Die Schließung von Lücken im Zentrum gehört dazu, sagte der Baudezernent. Angesichts des demografischen Wandels könne und müsse sich auf den Kern konzentriert werden.
Thomas Malnati betonte, dass das Stadtentwicklungskonzept keine statische Richtlinie für die nächsten Jahre sein kann. Es soll vielmehr regelmäßig überprüft und an neue Trends und Erfahrungen angepasst werden.