Jutta Fischer (FOTO: MZ)
Da ist zunächst die Amtsinhaberin Jutta Fischer. Die Parteilose hatte bei der Wahl im März 2006 für eine ziemliche Überraschung gesorgt. Gleich im ersten Wahlgang erreichte sie damals 51,3 Prozent der Stimmen. Damit hatten selbst Insider nicht gerechnet. Die von den Sozialdemokraten nominierte damalige Chefin des Rechnungsprüfungsamtes in der Eisleber Stadtverwaltung hatte damit Eduard Jantos (CDU) und Manfred Lüning (Linke) hinter sich gelassen.
Aber wird sie in diesem Jahr erneut antreten? Sie selbst hat dazu noch keine Aussage gemacht und auch die SPD hält sich noch bedeckt. Aber die 58-Jährige ist nicht der Typ, der schnell aufgibt. Dennoch haben die vergangenen Jahre viele Probleme für sie bereitgehalten. Da ist in erster Linie die finanzielle Lage der Stadt. Zwar kann niemand allen Ernstes behaupten, Jutta Fischer habe diese Lage heraufbeschworen, aber die klammen Stadtkassen machen einem Stadtoberhaupt immer zu schaffen.
Mitunter beklagen Stadträte Fischers zögerliches Verhalten, wenn es um die Arbeit der Stadtverwaltung geht. Und hinter vorgehaltener Hand wurde in den zurückliegenden Jahren immer mal wieder von einem Stadtrat gefordert: "Die OB sollte mal ihren Laden richtig auf Vordermann bringen". So direkt kam das bei Stadtratssitzungen natürlich nie zur Sprache, aber gerade aus den Reihen der CDU wurde immer wieder mal Kritik an der Arbeit der Stadtverwaltung schon geübt.
Apropos CDU. Ganz sicher werden die Eisleber Christdemokraten einen eigenen Kandidaten ins Rennen um das OB-Amt schicken. Und es mehren sich die Anzeichen dafür, dass die CDU ebenfalls einen Fischer nominieren könnte. Gemeint ist Thomas Fischer, Chef der CDU-Fraktion im Eisleber Stadtrat. Fischer, der erst seit einem Jahr der Fraktion vorsteht, hat sich im Stadtrat längst einen Namen gemacht. Er gilt als sehr kompetent, und er ist einer, der ungern polemisiert. Was klar angesprochen werden muss, spricht er auch klar aus, aber "Volksreden" im Stadtrat sind nicht sein Ding. Der 48-Jährige gilt als sachlicher Gesprächspartner, der, wenn es solche Flügel innerhalb der CDU-Fraktion geben würde, wohl eher zu den Realos gerechnet werden würde, nicht zu den Fundamentalisten. Mit anderen Worten: Thomas Fischer weiß, was geht und hält sich nicht mit parteipolitischem Geplänkel auf.
Und was machen die Linken? Angeblich wollen sie jemand aus der Stadtverwaltung gewinnen, der für die Linken ins Rennen geht. Einen eigenen Kandidaten haben sie wohl nicht. Aber noch ist ja Zeit.