Angelika Börstler (r.), Hospizdienst, und Pfarrer Leischner danken Apothekerin Susen Beyer mit einer Kerze. (FOTO: REBSCH)
Der Duft von Rosen und Lavendel soll entspannen und beruhigen. Lemongras hingegen sei "wunderbar erfrischend", findet Angelika Börstler. Deshalb schwört sie darauf - zu Hause und in ihrem Engagement für den Hospizdienst Köthen. Seit Jahresbeginn ist sie dessen Koordinatorin.
Fast 50 Frauen und Männer unterstützen sie bei der Betreuung schwerstkranker, sterbender Menschen. Ehrenamtliche ganz unterschiedlicher Ausbildung und damit Qualifikation. "Sie müssen die Bereitschaft mitbringen, sich auf existenzielle Erfahrungen einzulassen", formuliert Horst Leischner die eigentliche Anforderung an diejenigen, die sich auf diese Weise einbringen wollen.
Leischner, Pfarrer in der Jakobsgemeinde, deren Stiftung zuletzt Träger der Hospizinitiative gewesen ist, freut sich über viele neue Mitstreiter. Anfang Juni haben sie während eines "harmonischen, aber auch sehr intensiven Wochenendes", wie Angelika Börstler findet, ihre Weiterbildung abgeschlossen. Im Kloster Drübeck (bei Wernigerode) gab es noch einmal Gelegenheit, Gedanken auszutauschen.
Viele Erfahrene waren mit, aber vor allem diejenigen, die seit September vergangenen Jahres gewissermaßen in Ausbildung sind. Mitte September dieses Jahres, kündigt Leischner schon an, erhalten sie in der Agnuskirche feierlich ihre Zertifikate.
Die Köthener Regenbogenapotheke unterstützt mit ihrer Spende von 700 Euro nicht zuletzt Zusammenkünfte wie das in der Nähe von Wernigerode. "Wir sind auf Spenden angewiesen", betont Leischner und bedankt sich bei Susen Beyer, die dem Hospizdienst nicht zum ersten Mal mit einem Scheck unter die Arme greift.
Eine Mitarbeiterin der Apotheke, erzählt Angelika Börstler, war schon des Öfteren bei den monatlichen Gruppenabenden dabei, um über die Wirkung von Aromen und Düften wie Lavendel, Rose oder Lemongras zu berichten. In der Sterbebegleitung könnten die ätherischen Öle zum Einreiben oder für wohltuende Handmassagen eingesetzt werden, und das nutze man auch, sagt die Koordinatorin.
Die Auftaktgespräche mit den Familien übernimmt sie meist selbst - um dann unter ihren Ehrenamtlichen jemanden zu finden, der diese Aufgabe übernehmen könnte. Wo sie weiß, dass es passen könnte. Das gelinge ihr nicht immer. Manchmal benötige einer ihrer Helfer auch eine Auszeit, was vollkommen in Ordnung sei. "Am wichtigsten", schildert sie. "in unserer Arbeit sind die Gespräche." Jeder Einzelne werde zu den Gruppenabenden im Wolfgangstift gebeten, sich zu äußern, wie es ihm geht, wie es seinem Patienten geht.
Zurzeit betreut Angelika Börstler ihre Ehrenamtlichen von Bernburg aus. Hier ist sie bei der Kanzler von Pfau'schen Stiftung, dem Träger des Köthener Hospizdienstes, Bereichsleiterin für Hospiz und Palliativmedizin. Ist das Lutzestift in der Köthener Springstraße erst saniert, soll sie auch hier ein Büro beziehen.
Kontaktaufnahme zum Hospizdienst Köthen: 0152 / 23 30 94 44