Innenministerium: In Sachsen-Anhalt gibt es fast 117.000 Schusswaffen

12.08.2012 10:25 Uhr | Aktualisiert 12.08.2012 13:59 Uhr
Ordnungsgemäß gesichert: Ein Sportschütze zeigt eine Pistole und einen Revolver vor einem Waffenschrank. (FOTO: ARCHIV/DPA) 
In Sachsen-Anhalt haben rund 1,2 Prozent der Einwohner eine Waffenbesitzkarte oder einen Jagdschein. Am 1. Januar 2012 waren landesweit 116.969 Schusswaffen bei den Behörden registriert - und damit 2195 mehr als ein Jahr zuvor, wie das Innenministerium der Nachrichtenagentur dpa auf Anfrage mitteilte.
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Magdeburg/dpa/MZ. 

Unter den gemeldeten Waffen waren 83.421 Gewehre, Flinten und Büchsen - also Langwaffen - und 33.548 Kurzwaffen. Dazu zählen Pistolen und Revolver. Viele Privatwaffen-Besitzer seien Sportschützen und Jäger, hieß es.

Statistisch gesehen entfallen auf jeden Sachsen-Anhalter 0,05 Waffen. Bundesweite Spitzenreiter seien Rheinland-Pfalz und das Saarland mit durchschnittlich 0,12 Waffen pro Einwohner, hieß es.

Laut Ministerium gehen Sachsen-Anhalts Jäger mit 44.386 Langwaffen auf die Pirsch. Sportschützen haben den Behörden 37.163 Langwaffen und 22.063 Kurzwaffen zur Ausübung ihres Hobbys gemeldet. Auch Sammler und Mitarbeiter von Sicherheitsunternehmen sind unter den Waffenbesitzern. Ein sehr kleiner Teil der gemeldeten Schusswaffen - 531 - sind Erbstücke.

2009 war das Waffengesetz deutschlandweit verschärft worden. Darin geregelt sind strengere Kontrollen des sogenannten waffenrechtlichen Bedürfnisses und die Aufbewahrung der Waffen. Außerdem wurde die Altersgrenze für das Schießen mit großkalibrigen Waffen von 14 auf 18 Jahre angehoben.

Sachsen-Anhalt hält die verschärften Regeln für erfolgreich und unterstützt laut Innenministerium die im April vom Bundestag beschlossene Einrichtung eines zentralen nationalen Waffenregisters. Dort sollen alle Daten aus den knapp 600 Waffenbehörden zusammenlaufen.

Details über verschärfte Kontrollen der sachsen-anhaltischen Behörden seit der Änderung des Waffenrechts machte das Ministerium nicht. Diese wurden bisher nicht statistisch zusammengefasst, hieß es zur Begründung. Fest steht, dass 58 Waffengenehmigungen im Jahr 2011 widerrufen wurden; und 22 im ersten Halbjahr 2012.