Integration: Fachpersonal fehlt

13.06.2012 19:31 Uhr | Aktualisiert 13.06.2012 22:24 Uhr
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BERNBURG/MZ/tad. 

Hinter "Inklusion" (deutsch: Einschluss) verbirgt sich ein Päda-gogik-Konzept, nach dem behinderte und nichtbehinderte Kinder gemeinsam ausgebildet werden. Laut UN-Behindertenrechtskonvention haben alle Menschen mit Behinderung ein Recht darauf.

Diese Forderung soll nun auch in Sachsen-Anhalt umgesetzt werden. Derzeit werden hierzulande etwa 20 Prozent der insgesamt gut 15 000 Schüler mit Förderbedarf bereits an Grund- und Sekundarschulen unterrichtet. Der Anteil steigt stetig: Im vorigen Schuljahr waren es 16,9 Prozent, im Schuljahr 2009 / 2010 nur 12,7 Prozent. Das Wahlrecht, ob Schüler mit Behinderung eine Förder- oder eine Regelschule besuchen, haben deren Eltern. Eine Vielzahl von Schulversagern wird nach Auffassung von Erziehungswissenschaftler Andreas Gatzemann (Halberstadt) durch das neue Modell in Sachsen-Anhalt produziert. Denn das Gros der Grund- und Sekundarschulen sei auf die Inklusion überhaupt nicht vorbereitet, weil es an Fachpersonal mangele. Im Schnitt stehe an integrativen Grundschulen nur ein Förderschullehrer für alle vier Klassenstufen zur Verfügung.