Jugendorganisationen: Parteiennachwuchs wird auf dem Land gesucht

02.07.2012 07:37 Uhr
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Ein Dorf in Sachsen-Anhalt

Ein Dorf in Sachsen-Anhalt. (SYMBOLFOTO: MZ)

Von Lena Riemann
Die Nachwuchsorganisationen der Parteien in Sachsen-Anhalt finden vor allem bei Studenten in den Großstädten Zuspruch. Nun wollen die Jungpolitiker auch vermehrt ländliche Gebiete erschließen.
Magdeburg/dpa. 

In den Universitätsstädten Halle und Magdeburg haben es die Jugendorganisationen der Parteien Sachsen-Anhalts leicht. Dort sitzt ihre Hauptklientel, die Studenten. Deren Mitgliederanteil in den Jungparteien liegt bei bis zu 80 Prozent, ergab eine Umfrage der Nachrichtenagentur dpa. So sind die stärksten Kreisverbände der Jungsozialisten (Jusos) und der Jungen Liberalen (JuLis) in Halle und Magdeburg. Bei der Grünen Jugend und der Linksjugend (solid) ist mindestens eine der beiden Städte stärkster Kreisverband. Eine Ausnahme bildet die Junge Union, deren stärkste Kreisverbände im Burgenlandkreis und im Harzkreis sind.

Den Anteil an Akademikern schätzt der Pressesprecher der Jusos, Kevin Müller, auf knapp 80 Prozent. Die anderen Jugendverbände nennen ähnlich hohe Zahlen. Alle versuchen nun, durch gezielte Programme auch andere Zielgruppen anzusprechen. Doch gerade im ländlichen Raum falle es oft schwer, junge Menschen zu mobilisieren, sagte der Landesvorsitzende der Jungen Liberalen, Steffen Lucke. Das wolle der Parteinachwuchs jetzt ändern, mehr Kreisverbände gründen und lokale Themen aufgreifen. „Denn meist ist es ein lokales Thema, das den entscheidenden Ausschlag gibt, sich politisch zu engagieren“, sagte der Sprecher der Grünen Jugend, Dennis Helmich.

Fast alle der fünf Jugendorganisationen konnten sich in den vergangenen Jahren über steigende Mitgliederzahlen freuen. Die Junge Union legte seit 2002 um 17,2 Prozent auf derzeit 709 Mitglieder zu. Die Jusos verzeichneten seit 2008 einen Anstieg um knapp 10 Prozent auf derzeit 850 Mitglieder. Die Grüne Jugend (90 Mitglieder) und die Linksjugend (635 Mitglieder) konnten allein in diesem Jahr jeweils mehr als 20 neue Mitglieder für sich gewinnen. Allein die jungen Liberalen (120 Mitglieder) hatten in den letzten zwei Jahren einen leichten Rückgang zu verzeichnen.

„Wir sind mit unseren Mitgliederzahlen zufrieden, allerdings ist das Niveau im Vergleich zu westdeutschen Verbänden recht niedrig“, sagt der Geschäftsführer der Jungen Union, André Weber. Kevin Müller von den Jungsozialisten erklärt das vor allem damit, dass viele junge Leute nach dem Studium Sachsen-Anhalt verlassen würden.