Ernst Hofmann (FOTO: MZ)
Der Stadtrat von Kelbra gibt nicht auf. Das Gremium hat jetzt noch einmal einen Antrag gestellt, dem 2 290 Einwohner zählenden Ort den Status eines Grundzentrums zu verleihen.
In einem Vorschlag an die zuständige Regionale Planungsgemeinschaft Harz in Quedlinburg wird auf die Bedeutung der Stadt am Fuße des Kyffhäusers verwiesen. Kelbra diene "der überörtlichen Grundversorgung" der Bewohner der Stadt und der drei Ortsteile Tilleda, Sittendorf und Thürungen. Außerdem sei Kelbra Sitz der Verbandsgemeinde Goldene Aue mit über 10 000 Einwohnern, heißt es in dem Schreiben. Zu der Verbandsgemeinde gehören Berga, Brücken-Hackpfüffel, Edersleben und Wallhausen. Darüber hinaus gilt der Ort als touristisches Zentrum. Immerhin gibt es in der Stadt neben dem Strandbad am Stausee einen großen Campingplatz, vier Hotels sowie viele Zimmer- und Ferienhausangebote. Im vergangenen Jahr waren dort über 100 000 Übernachtungen gezählt worden. Am Stausee finden jedes Jahr eine ganze Reihe Veranstaltungen statt, die Tausende Gäste anlocken. Hinzu kommen viele Tagesbesucher, Radwanderer, Segelfreunde und Biker.
Verbandsgemeindebürgermeister Ernst Hofmann (CDU) rechnet nun mit einer Reaktion in den nächsten Wochen. "Wir werden weiter jede Möglichkeit und jede Plattform nutzen, um in der Frage unsere Stimme zu erheben", kündigte er ab. Denn Kelbra sei in den 90er Jahres vergangenen Jahrhundert schon einmal als Grundzentrum vorgesehen gewesen. Dann sei der Status aus unerfindlichen Gründen vom Land an das benachbarte Roßla vergeben worden. Die Kelbraer gingen damals leer aus, was für große Verbitterung in der Stadt sorgte. Die Einstufung von Kommunen hat für Gemeinden beträchtlichen Wert. Können doch Grundzentren in Sachsen-Anhalt als zentrale Orte von der Landesregierung besonders gefördert werden. So erhalten Grundzentren im Rahmen des kommunalen Finanzausgleichs einen Aufschlag von vier Prozent. Kelbra hätte auch Vorteile bei der Ansiedlung von Handel und Gewerbe. So dürfen zum Beispiel in Grundzentren Geschäfte bis zu einer Größe von 799 Quadratmetern genehmigt werden. Außerhalb dieser nicht.
Im Landkreis existieren bisher sieben Grundzentren. Das sind Allstedt, Gerbstedt, Helbra, Mansfeld, Roßla, Röblingen am See sowie Stolberg / Rottleberode.