Kinderstadt: Bürgermeister hoch im Kurs

19.06.2012 18:49 Uhr | Aktualisiert 19.06.2012 21:09 Uhr
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Christoph Krüger

2011 war Christoph Krüger Bürgermeister. (ARCHIVFOTO: PÜLICHER)

Von andreas braun
Die Kinderstadt Bärenhausen öffnet am 26. Juli bereits zum fünften Mal ihre Pforten. Während der Sommerferien können Kinder einmal selbst die Geschicke einer Stadt leiten.
bernburg/Bärenhausen/MZ. 

Die Stadt hat Potenzial. Die Einwohnerzahl wächst jährlich. Ein Altersheim und Pflegedienste gibt es hier nicht. Die Rede ist von Bärenhausen, der Kinderstadt, die bereits zum fünften Mal einlädt. In den Sommerferien, vom 26. Juli bis 2. August 2012, wird sie täglich 9.30 bis 15.30 Uhr geöffnet sein und Kindern und Jugendlichen im Alter von sieben bis 14 Jahren die Möglichkeit geben, selbst mal die Geschicke einer Stadt zu lenken. Das wird für immer mehr Schüler interessant. Die Einwohnerzahl stieg von einst 556 auf 1048 Kindern und Jugendlichen, die sich beim Einwohnermeldeamt Bärenhausens erstmals meldeten.

Im vergangenen Jahr kamen 2400 Besucher. Für dieses Jahr rechnet der Veranstalter, die Stiftung evangelische Jugendhilfe, mit 3000 Besuchern. Die unterschiedlichen Zahlen zwischen Erstanmeldern und Besuchern resultieren daraus, da manche Kinder die Stadt an mehreren Tagen besuchen. "Kinder können hier selbst erfahren, wie eine Gesellschaft funktioniert", umreißt Klaus Roth, Geschäftsführer der Stiftung, das Ziel.

Der Gedanke, der hinter Bärenhausen steckt, ist nämlich genauso simpel wie erfolgreich. Die Kinder melden sich an, bekommen vom Arbeitsamt Arbeit und ein Begrüßungsgeld in der Währung von Bärenhausen. Die nennt sich Tatzen, was naheliegend ist. Dann wird in Gewerken gearbeitet, um Geld zu verdienen, denn man will ja in der Stadt essen und etwas erleben.

Außerdem wird auch ein Stadtoberhaupt wird gewählt. Das Amt der Bürgermeisters von Bärenhausen ist begehrt. Da werden vorher Plakate geklebt, mancher Kandidat kommt rausgeputzt zum Wahltag.

In diesem Jahr wird es Neuerungen geben, denn die Stadt entwickelt sich nun mal weiter. So soll versucht werden, die Gewerke miteinander zu verknüpfen. Beispielsweise wird der Töpfer die Bemalung der Ware bei den Malern in Auftrag geben. Damit schafft man eigene Wirtschaftskreisläufe. So ganz kann die Stadt nicht von selbst aus dem Erdboden gestampft werden. Dazu benötigt sie Geld aus der Erwachsenenwelt.

So kam die Spende der Linken, die der Bundestagsabgeordneter Jan Korte am Dienstag vorbeibrachte, gut an. "Die 500 Schleifen müssten schon auf dem Konto sein", sagte Korte, der von der Kinderstadt begeistert ist. Vom Ortsverband kamen noch 75 Euro dazu.