Man bedauere den Schritt, dadurch würde das Angebot für Jugendliche in der Rüsternbreite weiter eingeschränkt.
Die Entscheidung des Awo-Kreisverbandes, die Einrichtung nach zehn Jahren zu schließen, kam dennoch nicht überraschend, wie Projektleiter Steffen Dörre berichtet. "Die Fördergelder für die Maßnahmen laufen zum 31. August aus", nennt Dörre einen Grund für das Ende des Jugend- und Kulturbüros. Einen weiteren, den wohl entscheidenden, fügt er sogleich hinzu: "Die Resonanz bei den Jugendlichen ist nicht mehr da". Viele der einmal als durchaus erfolgreiche Angebote gestarteten Projekte fanden zuletzt kaum noch Teilnehmer, etwa die Redaktion der Awo-Broschüre "Grins", verschiedene kreative Workshops und das wöchentliche Kino.
Bei der Gründung des Büros vor gut zehn Jahren hatte das noch anders ausgesehen. "Bei der Diskussionsrunde zum 11. September waren 40 Leute da, es war knackevoll", erinnert sich Steffen Dörre an die Anfangszeiten. Deutsch-russische Themen, die Radtouren ins Umland und vor allem die Schreibwerkstatt "Literaturküche": "Das waren Selbstläufer", weiß der Projektleiter zu berichten. Diese Zeiten sind längst vorbei, weil der Nachwuchs weggeblieben sei, wie der Projektleiter erklärt.
In den Räumen der Awo in der Mühlenbreite werden die Jugendlichen künftig nicht mehr im Mittelpunkt des Angebots stehen. Stattdessen konzentriert sich der Wohlfahrtsverband auf andere Zielgruppen: sozial Benachteiligte, Menschen mit seelischen Erkrankungen und auf die mobilen Pflegekräfte. Für sie soll es Veranstaltungen geben, auch Kulturelles ist mit dem "Club Humor im Souterrain" geplant, gibt Steffen Dörre einen Ausblick. Die Angebote will die Awo über die Projektförderung "Miteinander gestalten" der Aktion Mensch finanzieren. Entsprechende Anträge seien bereits gestellt, informiert der Projektleiter.