Köthen: Brand-Alarm auf dem Markt

03.06.2012 19:45 Uhr | Aktualisiert 03.06.2012 20:13 Uhr
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Übung

Auch wenn der Druck in den Schläuchen nicht hoch ist, müssen je zwei ran. (FOTO: MZ)

Von wladimir kleschtschow
Die Jugendfeuerwehren aus Köthen, Dohndorf, Löbnitz und Merzien zeigen ihr Können bei angenommenem Großfeuer.
köthen/MZ. 

Wenn plötzlich sechs Feuerwehrautos mit Blaulicht und heulenden Sondersignalen am Köthener Marktplatz auftauchen und daraus Dutzende Gestalten in Feuerwehranzügen herausstürzen, dann bleiben garantiert alle Passanten stehen und schauen sich um: Wo brennt es ? So war auch am frühen Freitagabend. Tatütata, rollende Schläuche, eine Feuerwehrleiter mit Kameraden drauf, die auf das Haus zuschwenkte, in dem auch die MZ-Redaktion sitzt. Und kein Rauch, keine Flammen, obwohl die Einsatzaufgabe klar war: Bekämpfung eines Großbrandes vor dem Stadthaus am Markt.

Wie die MZ bereits kurz berichtete, handelte es sich bei diesem Einsatz um eine Großübung der Jugendfeuerwehren von Köthen und seinen Ortsteilen Dohndorf, Löbnitz und Merzien. "Der Nachwuchs soll zeigen, was gelernt und eingeübt wurde", sagte Uwe Hundt, Jugendwart der Feuerwehr Köthen, der ganz genau hinschaute, wie die rund 40 Kinder als ein Löschteam dem vermeintlichen Großbrand auf die Pelle rückte. "Eine solche Übung findet einmal im Jahr statt."

Rund 30 erwachsene Feuerwehrleute sicherten am Rande die Übung ab: als Einsatzleiter, Fahrer und ähnliches. Selbst der Oberbürgermeister Kurt-Jürgen Zander schaute dem Spektakel unmittelbar vor Ort zu: Immerhin ist er offiziell zugleich der oberste Feuerwehrboss der Stadt Köthen.

Auch wenn für manch strenges Auge nicht jeder Griff exakt und schnell genug war: Am Ende spritzte Wasser aus den Schläuchen, das dem vermeintlichen Feuer den Garaus machte. Allzu hoch schossen die Wasserstrahlen allerdings nicht: Der Druck in den Schläuchen war bei weitem nicht so stark, wie in einem Ernstfall üblich ist. Würde das Wasser nämlich mit voller Wucht durch die Schläuche gejagt, wären die Kinder nicht imstande, die Rohre in den Händen zu behalten. So etwas kostet sogar erfahrenen Feuerwehrleuten viel Kraft.

In einigen Jahren werden aber die Jungs wie Kevin Kunze (10), Marcel König (12) und die anderen Kinder so weit sein, wie zum Beispiel Maximilian Meyer. Der Köthener Jugendliche war schon als Zehnjähriger bei der Jugendfeuerwehr. Inzwischen ist Maximilian 16, Zehntklässler des Köthener Ludwigsgymnasiums und immer noch bei der Feuerwehr. "Ich habe jetzt die Grundausbildung als Truppmann absolviert - Löschsysteme aufbauen, Erste Hilfe und Ähnliches", berichtete der Jugendliche in einem Gespräch mit der MZ.

Bei der Übung wurde auch sachkundig vorgeführt, wie Brandopfer versorgt werden. Mit Unterstützung der Sanitätsschule Schulz wurden "Verletzte" geborgen. Dass bei jedem Brand oder Unfall zuerst an Menschenrettung gedacht werden muss, wissen die jungen Feuerwehrleute bereits.

Schläuche zusammenrollen, alles einpacken und rein in die Autos. Für die Zuschauer war das Spektakel zu Ende. Für die Jugendfeuerwehr stand noch ein angenehmer Punkt auf dem Programm: Jeder erhielt bei der Auswertung im Feuerwehr-Gerätehaus eine Ehrenurkunde und ein kleines Geschenk.