Der Trinkwasserversorger Midewa hat in den vergangenen Wochen zwischen der Kreisstraße Köthen-Baasdorf und der Bundesstraße 183 neue Trinkwasserleitungen verlegen lassen. Das ist notwendig, weil durch die künftige B6n die alte Versorgungsleitung überbaut worden wäre. In die Erde kamen blaue Trinkwasserdruckrohre - so genannte PEHD-Rohre. (FOTO: HEIKO REBSCH)
An der neuen Brücke, die über die künftige B6n in Richtung Frenz führt, wird sich wohl kaum noch etwas ändern. Verkehrsminister Thomas Webel (CDU) machte keinerlei Hoffnung, als er sich am Mittwochnachmittag das Bauwerk mit Vertretern der Gemeinde Osternienburger Land anschaute.
An der Brücke noch irgendwas zu verändern, habe das Bundesverkehrsministerium durchweg abgelehnt, teilte er mit. "Es ist nur eine Wirtschaftswegbrücke. Sie kann von Fußgängern und Radfahrern genutzt werden und von Landwirten. Auch Grundstückseigentümer, deren Flächen sich hier befinden, dürfen die Brücke befahren", zählte Webel auf. Für den normalen Pkw-Verkehr ist die Brücke jedoch gesperrt. Der Umweg, den Autofahrer dadurch in Kauf nehmen müssen, betrage etwa 700 Meter. "Das ist zumutbar", sagte der Minister.
In der Creperie Lorette stand Thomas Webel dann gemeinsam mit Uwe Langkammer, amtierender Präsident der Landesstraßenbaubehörde, einem interessierten Publikum zur B6n im Bereich Köthen Rede und Antwort.
Die Erwartungen an die neue Schnellstraße sind hoch. Wenn die Straße fertig sei, äußerte die Landtagsabgeordnete Brigitte Take (CDU) als Organisatorin der Veranstaltung, werden insbesondere die Bewohner der Köthener Lohmannstraße erleichtert sein, die schon viele Jahre lang die Belastungen des starken Durchgangsverkehrs ertragen müssen.
"Jede Schnellstraße bringt auch Wirtschaftsansiedlung mit sich", gab sie sich überzeugt. Mit dem Abschnitt 16 der B6n, der westlich von Kleinpaschleben beginnt, die Ortsumfahrung Köthen einschließt und bis zur Bundesstraße 183 kurz vor der Ortseingang von Köthen führt, "sind wir auf einem guten Weg", äußerte der Minister. Der Abschnitt 17, der von Köthen bis zur Autobahn 9 bei Thurland führt, befinde sich in der Planfeststellung. In die Planungen fließen laut Webel stets die neuesten Erkenntnisse hinsichtlich des Umweltschutzes ein. Klage niemand, dann habe man auch für diesen Abschnitt bald Baurecht. "Im Jahr 2018 werden wir die B6n komplett bis zur A9 befahren können", sagte der Minister.
Warum wird die B6n nach Bernburg nur noch dreistreifig gebaut? Es seien im Vorfeld Verkehrsprognosen erstellt worden, über einen Zeitraum von zehn bis 15 Jahren, antwortete Uwe Langkammer. Sie haben ergeben, dass nach Bernburg mit dem Knotenpunkt A14 das Verkehrsaufkommen deutlich geringer werde. Deshalb erfolge ein dreistreifiger Ausbau. Mit dieser Form der Schnellstraße gebe es insgesamt gute Erfahrungen und kaum schwere Verkehrsunfälle.
Wie wirkt sich der Bau der B6n auf die Grundwassersituation aus, die in zahlreichen Orten ohnehin schon angespannt ist? Mit dem Bau der Schnellstraße gebe es keinen Einschnitt, "wir greifen in das natürliche Grundwassersystem nicht ein", versicherte Uwe Langkammer. Das sei "vielleicht nur mal kurzfristig zu erwarten, zum Beispiel dann, wenn eine Brückengründung gemacht werden muss".