Köthen: Hoffnung auf die letzte Minute

31.07.2012 20:21 Uhr | Aktualisiert 01.08.2012 19:04 Uhr
Der Ausbau der Maxdorfe Straße bringt nicht nur für die Anwohner Widrigkeiten mit sich, auch für die Autofahrer. Die Straße wird komplett gesperrt und das trifft auch für die Einmündung der Kellermannstraße (Foto) zu, so dass z.B. der Friedhof nur noch über den Güterseeweg erreichbar ist. (FOTO: NICKLISCH) 
Von matthias bartl
Einige Anwohner der Maxdorfer Straße wollen nicht aufgeben und bemühen sich auch nach dem Vergabebeschluss des Stadtrates weiter darum, "die Bäume an der Straße zu erhalten und eine kostengünstigere Variante der Straßenerneuerung durchzusetzen".
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köthen/MZ. 

Zu diesem Zweck hat Anwohner Dieter Junghans sowohl an Minister Hermann Onko Aeikens, an Uwe Thalmann vom Landesverwaltungsamt, den Landtagsabgeordneten der Grünen, Christoph Erdmenger, und an BUND-Landeschef Oliver Wendenkampf geschrieben - mit der Bitte um Unterstützung. Darüber hinaus haben Anwohner am Dienstag eine Plakataktion in der Maxdorfer Straße begonnen.

Zwar seien fast alle Anwohner für die Erneuerung der Straßendecke, so Junghans, wegen des Lärmschutzes, die Bäume jedoch sollen erhalten werden, da sie der Straße "ihren typischen alleeartigen Charakter geben". Wenn es eine Fällgenehmigung für die Bäume gebe, widerspreche dies der Baumschutzordnung der Stadt, behauptet Junghans in seinem Schreiben an Erdmenger. Er wolle im Auftrag der Bürgerinitiative Anhalt-Köthen die obere und oberste Naturschutzbehörde bitten, die Fällung zu verhindern. Was den Erhalt der Linden angeht, so zielt Junghans auf Bauarbeiten in der Leopoldstraße ab: Dort seien die Linden "unter etwa gleichen, wenn nicht sogar schlechteren Bedingungen" bei der Straßenerneuerung stehen geblieben. "Wird hier etwa mit zweierlei Maß gemessen?", fragt der Mann aus der Maxdorfer Straße.

In seiner Mail an BUND-Chef Wendenkampf beklagt sich Junghans darüber, dass es keine Aussagen dazu gebe, "wie wir in unsere Grundstücke bzw. Häuser gelangen, wenn die Straße und die Fußwege aufgebrochen werden, wie es mit Ver- und Entsorgung läuft, z. B. Müll, Heizöl, Feuerwehr, Krankentransport, Post und sonstigen größeren Anlieferungen". Darüber hinaus würden die Anwohner befürchten, dass die Vernässung unserer Gebäude (schon jetzt z.T. problematisch) durch die Beseitigung der alten, schönen, großen Bäume, die sicher sehr viel Wasser verdunsten, steigt".

Man hoffe, so Junghans an Aeikens und Thalmann, dass "sozusagen in letzter Minute" dieser Kahlschlag und die Zerstörung des alleenartigen Charakters der Straße unterbunden werde.