Der Landesrechnungshof kann die dafür benötigten Unterlagen jederzeit von Köthen erhalten", sagt Baudezernentin Ina Rauer auf MZ-Anfrage. Man sehe sich auf der sicheren Seite: Das Bauvorhaben sei mit der Fördermittelstelle, die sich beim Landesverwaltungsamt befindet, abgestimmt. Die Stadt habe bei der Fördermittelstelle das Ausbauprogramm für die Straße einreichen müssen, und dieses Programm werde nun umgesetzt. "Wir haben lediglich nach dem Einspruch von Erdmenger die Radwegbreiten geändert, aber damit war es dann auch in Ordnung."
Ina Rauer unterstreicht gegenüber der MZ noch einmal die dringliche Notwendigkeit des Ausbaus. "Die Straße ist hinüber, daran ändert sich auch nichts, wenn man den grundhaften Ausbau vor den Landesrechnungshof bringt."
Vor etwa einer Woche habe sie an Christoph Erdmenger im Namen der Stadtverwaltung ein Schreiben geschickt, in dem das Vorhaben samt den Rahmenbedingungen noch einmal ausführlich erläutert worden sei. Umso mehr ist sie verblüfft, dass dieser in seiner Pressemitteilung davon spricht, dass der Vorschlag mit der Begründung eines "zu hohen Staupotentials aufgrund von zu hohen Verkehrsaufkommens" abgeschmettert worden sei.
Erstens habe man Erdmengers Vorschlag zum Teil angenommen und die Breite der Radwege in Abstimmung mit dem Landesverwaltungsamt von einem Meter auf 1,60 Meter vergrößert. Allerdings nicht auf Kosten der Fahrbahnbreite, die bei 6,50 Metern bleibt, sondern indem man u.a. den Platz für die Beleuchtung reduziert hat.
Erdmenger hatte vorgeschlagen, die Radfahrer auf einem Schutzstreifen direkt auf der Fahrbahn fahren zu lassen. Dem habe sich die Stadt nicht anschließen können, weil für die Radfahrer auf dem Schutzstreifen nur eine vermeintliche Sicherheit bestehe. "Tatsächlich ist aufgrund des hohen Schwerlastverkehrs die permanente Nutzung dieses Streifens erforderlich." In der Praxis heißt das, dass die Radfahrer nicht sicher überholt werden könnten und die Fahrzeuge hinter den Radlern herfahren müssten, bis sich eine Chance zum Überholen bietet.
Klar ist auch, mit wie vielen Fahrzeugen man auf der Straße rechnen muss: Auf der Maxdorfer Straße als Verbindungsstraße zwischen einer Bundesstraße und zwei Kreisstraßen im Stadtgebiet sind täglich rund 5 000 Fahrzeuge unterwegs, davon mehr als sechs Prozent Schwerlastverkehr.