Steffen Reich (l.), Max Knauth und André Pape (unten r.) waren am Projekt mit beteiligt und stellten das Ergebnis am Freitag vor. (FOTO: MZ)
Zu sehen ist zunächst ein 3D-Modell, das die Kirche von außen und innen zeigt. Und dann folgt der virtuelle Rundgang durch das Gotteshaus. Beides ist das Ergebnis eines Projektes, das Geo-Informatik-Studenten der Hochschule Anhalt unter der Leitung von Prof. Heinz Runne und Diplom-Ingenieur Henry Foltin verwirklicht haben. Dazu führten sie im vergangenen Jahr an der Kirche umfangreiche Vermessungsarbeiten mit einem Laserscanner aus. Auch ein Hexacopter, ein Flugroboter, kreiste über der Kirche. Die im Hexacopter eingebaute Kamera lieferte ebenfalls Daten für die dreidimensionale Darstellung der Kirche.
"Das erste Ergebnis, das sie hier sehen, ist die Jakobskirche im Pixel-Format. Das sind etwa 50 Millionen Punkte", erklärte Prof. Heinz Runne am Freitag bei einer Präsentation den Werdegang des Projektes. Diese Punkte waren die Grundlage für die Modellierung der Kirche. Dem Modell sehe man nicht an, wieviel Arbeit darin stecke. Runne zufolge liefen 16 Rechner zwei Wochen lang, um die eingespeisten Daten zu verarbeiten. Zwei Ziele seien erreicht worden. "Die Studierenden lernen, mit raumbezogenen Informationen umzugehen und sie zu visualisieren. Und wir können der Kirche einen kleinen Gefallen tun, die mit dem Modell auf sich aufmerksam machen kann. Es ist unser Geschenk für 800 Jahre Anhalt."
Ein großes Lob zollte Runne den beteiligten Studenten, die viel Eigeninitiative an den Tag gelegt hätten. Steffen Reich, Max Knauth und André Pape gehörten mit zu der Gruppe und nahmen die anerkennenden Worte ihres Professors wohlwollend auf. Mit Kirchenwein und einer Flasche Kräuterschnaps bedankte sich Pfarrer Wolfram Hädicke bei den Studenten.
"Es ist für uns ein großes Geschenk", betonte Hädicke. Hier gehe es darum, etwas Schönes darzustellen. "Diese Kirche ist ein Kunstwerk, wo Menschen sich bemüht haben, über ihre Grenzen hinauszugehen", sagte er. Dieses Kunstwerk könne nun auch mit Technik und 3D angeschaut werden.